Die Bürgergruppe Southington SOS aus Southington, Connecticut, wollte letzten Samstag eine Rundfahrt unternehmen, um gewalthaltige Spiele von den Leuten entgegenzunehmen und anschließend zu zerstören, um im Gegenzug Gutscheine auszuhändigen. Das eigentliche Ziel dieses Vorhabens war es, das Bewusstsein für solcherlei Spiele zu wecken. Daraus wurde zwar am Ende nichts, da die Sammelaktion nur unnötige, logistische Probleme geschaffen hätte, doch dafür machen jetzt andere Ernst.

Aktuelles - US-Bundesstaat Massachusetts verbannt brutale Arcade-Maschinen aus Raststätten

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So hat die Stadt Melrose, die nur drei Autostunden von Newtown, dem Ort des Sandy-Hook-Massakers entfernt liegt, die Aktion "New Year, New Direction" angekündigt, bei der, wie bei der abgeblasenen Southington SOS-Aktion, ab dem 1. Februar brutale Videospiele gegen Gutscheine eingetauscht werden soll.

Aber auch ein ganzer Staat mischt mit. Gerade erst hat der US-Bundesstaat Massachusetts nach einer Email der besorgten Eltern Andrew und Tracey Hyams an das Strassenverkehrsamt beschlossen, neun Arcade-Maschinen mit brutalen Spieleinhalten wie Time Crisis und Beach Head 2000 aus Raststätten in Charlton, Ludlow, Lee und Beverly entfernen zu lassen.

"Es ist das Recht der Leute, Videospiele jeglicher Art in ihren eigenen vier Wänden zu besitzen," so Andrew Hyams. "Aber wir waren entsetzt darüber, in eine staatliche Raststätte zu kommen und ein lebensgroßes Maschinengewehr in einem Videospiel zu hören und zu sehen." Weiter sagte Andrew Hyams, dass man das Spiel sogar von den Toiletten aus hören konnte.

Gespielt hätte es ein wahrscheinlich zwölfjähriger Bursche, der an Heiligabend wie besessen vor der Maschine gestanden haben soll. Ein Anblick des Entsetzens.

Der zuständige Verkehrsminister Richard Davey hält die, von seinen Mitarbeitern angeordnete Entfernung für rechtens. "Im Endeffekt gibt es keine Person, die denkt, dass es nicht genug Gewalt in unserer Gesellschaft gebe und dass Spiele sie nicht glorifizierten. Ein Videospiel an einem öffentlichen Platz kann von jeder Person jeden Alters gespielt werden. Schlussendlich sollen diese Spiele nur die Kinder unterhalten, damit sich ihre Eltern für ein paar Minuten von langen Strapazen erholen können. Ich denke, dass es durchaus Sinn macht, es etwas passivere Spiele sein zu lassen."

Zwar sei die Entscheidung, die Maschinen entfernen zu lassen, nicht die seine gewesen, aber er sei nur voll des Lobes für seine Leute. "Die Jungs unter mir haben die richtige Entscheidung getroffen. Ich bin einfach nur froh, dass die Leute in dieser Organisation wenn nötig, schnell denken und schnell handeln."

Doch wer die Tage an den genannten Raststätten vorbeikommt, muss nicht ohne eine kleine Zockerpause auskommen. Ms. Pac-Man, Galaga und Cruis'n Exotica warten schon auf ihren Einsatz.