Seit dem tragischen Amoklauf von Winnenden, in dem am Mittwoch ein 17-Jähriger insgesamt 15 Menschen mit der Waffe seines Vaters erschoss und sich danach selbst das Leben nahm, ist nichts mehr wie vorher - nicht in Winnenden selbst, nicht bei den Angehörigen der Opfer und nicht in der deutschen Presselandschaft. Vor allem dort läuft derzeit eine erbitterte Jagd bei der Ermittlung der Ursache. Stets dabei im Fadenkreuz: 'Killerspiele'.

Spätestens als es hieß, man habe 'Counterstrike' auf dem Rechner des jungen Amokläufers gefunden, war vielerorts das Urteil schon gefallen. Die Trauer der Menschen wird zur Wut und die entlädt sich nun auf den verhassten Spielen und jenen, die dahinter stehen - vor allem die Spieleindustrie. Die reagiert jetzt, vertreten durch den Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e. V. (BUI) in einer aktuellen Stellungnahme.

"Einzelnen Medienberichten ist zu entnehmen, dass im Haushalt des Delinquenten Computerspiele gefunden wurden, die ihn zur schrecklichen Tat ermutigt haben sollen. Die Tatsache, dass der Täter im Besitz von Computerspielen war, ist nicht weiter verwunderlich – Computerspiele sind ein fester Bestandteil der Jugendkultur.", heißt es darin und man vermutet einen "komplexen Tathintergrund", bei dem die psychische Kondition und das soziale Umfeld des Täters wichtige Faktoren darstellten. Einen Zusammenhang zwischen dem Konsum gewalthaltiger Medien und der Tat von Winnenden könne man nicht erkennen.

Auch warnt der BUI, "den Blick auf die eigentlichen Tatumstände nicht durch eine unsachliche Debatte über ein Verbot von sogenannten „Killerspielen“ zu verstellen." Deutschland verfüge über das weltweit engmaschigste Jugendschutzsystem im Bezug auf Computer- und Videospiele, heißt es in der Pressemeldung.

Besonders scharfe Worte richtet man an die CDU/CSU Fraktion, denn die Forderung nach einem schärferen Verbot für Computer- und Videospiele sei "vollkommen unangemessen und nicht zielführend".