The Untold History of Japanese Game Development ist eine Kickstarter-finanzierte Buchreihe von Journalist und Autor John Szczepaniak, für die er umfangreiche Interviews mit japanischen Spiele-Entwicklern geführt hat. In einem Auszug des zweiten Buches sprach er mit Epic Games Japans Taka Kawasaki über die Unterschiede zwischen westlichen und japanischen Spiele-Entwicklern.

Aktuelles - Taka Kawasaki spricht über den Unterschied zwischen westlichen und japanischen Entwicklern

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Bis zur sechsten Konsolengeneration dominierten japanische Spiele-Entwickler das Geschehen
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Ab etwa Mitte der '80er Jahre dominierten japanische Konsolenhersteller und Videospiele-Entwickler das Geschehen auf der ganzen Welt. Das blieb fast 20 Jahre so. Dann stieg zunächst mit Microsoft ein westlicher Hersteller ins Konsolengeschäft ein und ein wenig später fielen die Japaner in Sachen HD-Grafik und auch im Design in der sechsten Konsolengeneration hinter den westlichen Entwicklerstudios zurück. Eine turbulente Zeit, in der die Unterschiede zwischen westlichen und japanischen Studios besonders eklatant war.

Ein japanischer Entwickler hat keinen Spaß an der Arbeit zu haben

Für Epic Games Japans Taka Kawasaki besteht der größte Unterschied zwischen westlichen und japanischen Entwicklern in der Herangehensweise an ihren Beruf und am Spaß,den man dabei verspürt.

"Ich denke, es ist eine Sache der japanischen Kultur, aber unter Japanern gibt es eine Tendenz dazu, sich schuldig zu fühlen, wenn man Spaß beim Job hat", so Kawasaki. "Wie soll ich es erklären? Es wird erwartet, dass man sich ernst verhält, wenn man den Pflichten nachgeht. Da ist eine typisch japanische Auffassung. Obgleich die Spieleindustrie relativ frei von derlei Aspekten ist, kann der Spaß am Beruf einen glauben lassen oder tatsächlich dazu führen, dass man sich schuldig fühlt. Aber mein Eindruck von der westlichen Spieleindustrie ist die, dass sie Spiele lieben und sie lieben die Arbeit an ihren Projekten. Ich halte das für einen sehr großen Unterschied zwischen diesen Kulturen."

Der Westen hat Japan überholt

Selbst Gelegenheitsspieler dürften den Wandel der Spiele in den letzten Jahren bemerkt haben. Weg vom Anime-Look hin zu immer realistischerer Darstellung. First-Person-Shooter statt JRPGs. Nicht weil die japanischen Entwicklungsstudios die neue Technik der siebten Konsolengeneration mitsamt HD-Grafik zu nutzen wussten, sondern, weil westliche Entwickler den japanischen Entwicklern sowohl in Sachen Technik wie auch im Gameplay regelrecht den Rang abgelaufen haben. Auch die Größe der Teams ist immer mehr angewachsen. Konnten früher selbst kleine Teams große Titel herausbringen, arbeiten heute Hunderte von Mitarbeitern an AAA-Titeln.

Laut Kawasaki sind japanische Studios besonders effizient, wenn sie im kleinen Team oder gar als Einzelpersonen arbeiten. "Aber wir sind schlecht in der Planung oder beim Projekt-Management. Das macht es schwer für uns, unsere Kreativität zu zeigen oder mit hochqualitativem Material zu trumpfen,wenn wir in großenTeams arbeiten."

Die Sicht der japanischen Spieler auf westliche Titel hat sich geändert

In Japan existiert eine spezifische Bezeichnung für schlechte Spiele aus dem Westen: yoge-kusoge, wobei das -ge jeweils für Spiel (Katakana-englisch für Game) und yo für den Westen und kuso für Mist oder Scheiße steht - Mistspiele aus dem Westen eben. Diese Bezeichnung nutzten japanische Spieler gern für schlechte westliche Titel. Der Begriff entstand vor Jahrzehnten und wandelte sich erst innerhalb der siebten Konsolengeneration.

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Mittlerweile kopieren japanische Entwickler auch westliche Spieldesigns, die wiederum auf japanischen beruhen
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"Die letzte Generation, in der die Leute auf westliche Titel herabgeblickten und sie yoge genannt hatten, war die der PS2 und der Xbox. Nach der Xbox 360 und der PS3 stieg die Qualität westlicher Titel über die von japanischen Spielen. Und die Leute realisierten, dass wir übertroffen wurden und westliche Entwickler eine bessere Qualität ablieferten. Also in Bezug auf Technologie und Grafik. Damals, zur Zeit der ersten Xbox oder der PlayStation 1, meinte man mit yoge schreckliche Grafik oder schreckliches Gameplay, schlechte Navigation und ein schlechtes Nutzer-Interface."

Mit dem Begriff yoge meinte man damit offensichtlich schlechte Qualität. "Aber wenn jemand heutzutage yoge sagt, dann bedeutet es, dass es großartig aussieht. Die Technologie ist atemberaubend, die Navigation und auch die UI sind perfekt. Die Bedeutung von yoge hat sich von schlechter Qualität zur hohen Qualität gewandelt."

Wie seht ihr das? Haben die westlichen Entwickler ihre japanischen Kollegen hinter sich gelassen?

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