Ein erneuter Swatting-Fall ist in Littleton, Colorado, in den USA äußerst glimpflich ausgegangen. Dabei wurden mehrere Schulen abgeriegelt und das unschuldige Opfer mit gezückten Waffen festgenommen.

Aktuelles - Swatting verursacht Abriegelung mehrerer Schulen in Colorado und brutale Festnahme eines Unschuldigen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/8Bild 8/151/15
Erst bekämpft er die Antiterror-Einheit virtuell, dann schmeißt sie ihn in echt zu Boden
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Am vergangenen Wochenende sorgte erst eine Bombendrohung für Aufsehen, die eine Hacker-Gruppe namens Lizard Squad via Twitter an eine us-amerikanische Fluglinie verschickte. Die Folge: SOEs John Smedleys Flug musste umgeleitet werden.

Und nun das: Seit geraumer Zeit haben US-Zocker eine neue Methode, einen Rivalen, der sie online demütigt, eine auszuwischen - per Swatting. Hierbei ermittelt man dank der IP den Wohnort der Person, ruft bei ihr die lokale Polizei an, und behauptet, bei ihr gab oder gibt es einen Mord, eine Schießerei, was auch immer. Ziel ist es, der Person die Polizei, bei Möglichkeit sogar ein SWAT-Team auf den Hals zu hetzen.

Und dieser letzte Swatting-Fall war besonders heikel, gerade in Hinsicht auf die Unruhen in Ferguson. Nach dem Anruf bei der Polizei in Littleton, Colorado wurden erst mehrere Schulen in der Nähe des angeblichen Tatortes abgeriegelt, und auch viele Menschen aus angrenzenden Gebäuden evakuiert, bevor eine schwerbewaffnete SWAT-Einheit das Büro von Jordan "Kootra" Mathewson, einem bekannten Streamer stürmte. Mathewson ist der Gründer des Clans The Creatures und war gerade dabei, eine Runde Counter-Strike: Global Offensive zu streamen, als er Geräusche vernimmt, und bereits ahnt, dass er nun "geswattet" werde. Dann stürmt live eine schwerbewaffnete SWAT-Einheit in den Raum und wirft Mathewson mit Waffen im Anschlag zu Boden.

Glücklicherweise kamen alle mit einem Schrecken davon. Die Polizei von Littleton, Colorado hat bereits eine Pressemitteilung herausgegeben, in der man sich zu dem Vorfall geäußert hat.

"Littletons Polizeibeamte untersuchen derzeit die Herkunft des 911-Anrufes, den wir heute morgen erhalten haben, und der von einer Schießerei in der 1221 West Mineral Avenue berichtete. Der Anrufer behauptete, zwei Mitarbeiter erschossen zu haben, andere als Geiseln zu halten, und drohte damit, sie auch zu erschießen. Er drohte damit, dass er auch die Polizisten erschießen würde, sollten sie das Büro betreten. Es gab weder Opfer noch Beweise, dass eine Schießerei stattgefunden hat."

Derartige Drohungen versetzen die Polizisten in höchste Alarmbereitschaft. Die Wahrscheinlichkeit, dass es dabei zu Personenschaden kommt, ist sehr viel höher als wenn es sich um ein kleines Delikt handelt. Deswegen wird dringend davon abgeraten, derartiges zu machen.

Besonders makaber ist dieser Fall insofern, dass vor 15 Jahren an der Columbine High School im benachbarten Columbine, Colorado von zwei ehemaligen Schülern ein Massaker angerichtet wurde, bei der mit ihnen insgesamt 15 Menschen starben.

17 weitere Videos