Nun hat der gefährliche "Trend" Swatting auch die Spiele-Entwickler selbst erreicht. So wurde am vergangenen Donnerstag ein nicht näher genannter Bungie-Executive Opfer vom Swatting.

Aktuelles - Swatting: Nun auch ein Bungie-Executive betroffen

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Ob sich da jemand den Frust über Destiny von der Seele swatten wollte?
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Derzeit machen zwei gefährliche "Trends" ihre Runden in den USA: Einmal Swatting, bei dem der Rachsüchtige seinem Opfer eine schwerbewaffnete SWAT-Truppe der Polizei auf den Hals jagt, indem er behauptet, die Person sei bis an die Zähne bewaffnet, hätte Geiseln in ihrer Gewalt und gar schon welche getötet, und dann die Attacke auf Verantwortliche oder ganze Entwickler aus der Spieleindustrie.

Und eine anonyme Person war jetzt besonders kreativ. Sie hat kurzerhand beides kombiniert - einen Verantwortlichen aus der Spieleindustrie per Swatting attackiert. So traf es einen nicht näher genannten Bungie-Executive, der vergangenen Donnerstag mitten um 4 Uhr in der Früh von lautem Hubschrauber-Lärm geweckt wurde.

"Es war so laut und es hielt ganze 45 Minuten lang an. Eine sehr lange Zeit", so Nachbarin Janette Gould. "Das ist ziemlich unüblich. Wir haben in der Nachbarschaft sonst keine Flugzeug-Aktivitäten. Ich dachte schon, es handelt sich dabei um eine Rettungsaktion."

Wenn man so will war es auch eine, denn die Polizei dachte, in dem Haus befindet sich ein bewaffneter Eindringling, der die Familie als Geiseln hält. Das teilte ihnen zumindest ein anonymer Anrufer mit, der sich als Geiselnehmer ausgab, wie Nathan Elledge, Polizeichef des Sammamish Police Departments mitteilte. Er teilte zudem mit, dass er den Vorgarten mit Sprengfallen präpariert habe, und ein Sturmgewehr besitze. "Er wollte 20.000 Dollar als Lösegeld für die Familie."

So wurde das gesamte Haus von Sicherheitskräften und Rettungsteams umstellt, die sich mitten in einer Geiselnahme wähnten. Erst eine knappe Stunde später klärte sich die Situation auf. Die Polizei und auch der Executive wurden also Opfer vom Swatting - einer Praktik, die unter Gamern immer öfter angewendet wird.

Aufgrund der Zielperson geht die Polizei davon aus, dass die Person, die den anonymen Anruf veranlasst hatte, mit der Spiele-Community zu tun haben muss. "Vielleicht ein Zeitarbeiter oder jemand, der bei der Arbeit keine besonders gute Erfahrung mit ihm gemacht hat", mutmaßt Deputy Jason Houck.

Erst im August sorgte eine Bombendrohung an eine amerikanische Fluglinie Für Aufsehen, der mehrere DDoS-Attacken vorausgingen. Und das nicht ohne Grund: Sony Online Entertainments Präsident John Smedley sollte genau diesen Flug nehmen.

Auch bei Gearbox Software gab es bereits eine Bombendrohung beim Hauptsitz in Plano, Texas in den USA. Natürlich konnte auch hier nichts gefunden werden. Allerdings hieß es später, die Drohung habe nicht direkt dem Borderlands-Entwickler gegolten.