Die südkoreanische Polizei warnt vor Online-Spielen aus Nordkorea, die Malware beinhalten, um die Computer der Betroffenen auszuspähen.

Unfassbar, aber Süd- und Nordkorea befinden sich nunmehr seit 60 Jahren in einem schwebenden Zustand. Waffenstillstand, ja. Friedensvertrag, nein. Wie gespannt die Lage ist, zeigte sich erst in diesem Jahr im Januar, als Nordkorea erst den Waffenstillstandsvertrag auflöste und dann das Kriegsrecht ausrief. Erst im August entspannte sich die Lage wieder etwas - vorerst.

Da kommt folgende Meldung nicht gerade fördernd für das gegenseitige Verständnis beider Länder. Südkoreanische Polizisten verhafteten am vergangenen Dienstag einen südkoreanischen Geschäftsmann, der beschuldigt wird, in Nordkorea entwickelte Onlinespiele zu verkaufen, die mit Malware versetzt sind, um die IP-Adressen und weitere sensible Daten von den betroffenen PCs zu stehlen.

Mit den erbeuteten Daten könnten Kriminelle sogenannte 'Distributed Denial of Service-Attacken, also DDOS-Angriffe starten, indem mithilfe von Backdoor-Programmen der Zugang zu infizierten Rechnern ermöglicht wird, die dann als Zombie-Rechner für ein Botnetz missbraucht werden.

Gerade die südkoreanische Regierung wurde schon wiederholt Opfer solcher DDOS-Attacken. Das erste Mal im Jahre 2009, das letzte Mal am 25. Juni diesen Jahres. Viele Regierungsseiten waren zu dem Zeitpunkt nicht aufrufbar.

Obwohl die nordkoreanische Regierung jegliche Schuld von sich weist, vermutet die National Police Agency die Drahtzieher auf nordkoreanischer Seite. "Online-Spiele sind neben Pornomaterial einfache Mittel für nordkoreanische Hacker, weil sie für die Öffentlichkeit immer zugänglich sind", so ein Sprecher der NPA.

Im Fall des südkoreanischen Geschäftsmannes, handelte es sich einfach um pure Gier, denn der nordkoreanische Hacker gab sich als Software-Entwickler aus, der für weit weniger arbeiten wollte, als seine südkoreanischen Kollegen.

Für "ein paar Tausend Dollar" programmierte er das Online-Spiel und schmuggelte die Malware hinein. "Nordkoreanische Hacker haben eine doppelte Absicht dahinter, viel Geld verdienen und sich auf Cyber-Attacken vorbereiten."