Der Handel mit virtuellen Gütern boomt. Vor allem in China ist im wahrsten Sinne des Wortes Goldgräberstimmung ausgebrochen. Unzählige Menschen, darunter oft Kinder, 'schürfen' für ihre Bosse in zwielichten Spelunken am Rande der Legalität nach virtuellen Reichtümern. China zählt derzeit rund 40 Millionen Onlinespieler, von denen 80 Prozent bereits virtuelle Güter für reales Geld erworben haben.

Rund 1,37 Milliarden Dollar wurden allein in China im Jahre 2007 dabei erwirtschaftet - Tendenz rapide steigend. Seit die chinesische Regierung dann im vergangenen Monat verkündete, dass man Gewinne künftig mit 20 Prozent versteuern wolle, steht die junge Branche Kopf. Vor allem Spieler beschweren sich, denn sie fürchten, dass sie die Steuer letztlich zu zahlen hätten und schon jetzt steigt der Preis für die virtuellen Währungen.

"Selbst wenn wir die neue Steuer bezahlen, bekommen wir keinen zusätzlichen Service von den Betreibern, beispielsweise Accountschutz oder Garantie", erklärte Spieler Alan Wang gegenüber der ShanghaiDaily. Wangs Spieleaccount wurde allein in den letzten drei Jahren dreimal geplündert.

Die Betreiber von 'Farmer-Unternehmen' sehen der Steuer derzeit allerdings recht gelassen entgegen: "Es ist beinahe unmöglich zu definieren, wo der Profit in unserem Geschäft liegt und viele Deals lassen sich nicht verfolgen", erklärt Xiao Yun, der mit sechs bis sieben Spielern zu den kleineren Bossen im Gewerbe gehört.

Und die werden vermutlich auch weiterhin rege und unbeobachtet ihren zwielichen Geschäften in den unzähligen virtuellen Welten nachgehen, die unser globalisierter Planet ihnen eröffnet.