Kein Thema wird so häufig diskutiert und an den Pranger gestellt wie das illegale Herunterladen und Besitzen von Raubkopien. Besonders die Musik- und Filmindustrie klagt seit Jahren gegen die stetig steigenden Raubkopier-Raten.

In verschiedenen Bundesländern streiken seit Wochen Staatsanwaltschaften, weil die Anklagen in den letzten Jahren zugenommen haben, vor allem bei den kleinen Fischen. Generalstaatsanwälte in Nordrhein-Westfalen empfehlen sogar, nur noch gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzer im Internet zu verfolgen.


Aber auch andere Bundesländer, wie etwa Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt folgen identischen Leitlinien. Gefordert wird, dass die Masse der Tauschbörsennutzer in Ruhe gelassen wird. Wenn man nach den Richtlinien von Nordrhein-Westfalen geht, dann drohen erst Strafen, wenn über 200 Dateien illegal heruntergeladen wurden.

Natürlich ist die Musik- und Filmindustrie darüber entsetzt und versucht alles, dass die Staatsanwaltschaften zur Vernunft kommen. Daniel Knöll vom Bundesverband Musikindustrie e.V. meint dazu: "Raubkopien sind kein Bagatelldelikt. Das ist so, als würde die Justiz plötzlich Ladendiebstahl nicht mehr verfolgen."

Kölns Generalstaatsanwalt Jürgen Kapischke sagte gegenüber Focus: „Das Internet soll kein straffreier Raum werden. Es wäre aber unverhältnismäßig, bei jedem Jugendlichen zu durchsuchen, der sich einen Film oder eine Musikdatei herunter geladen hat.“