Haben die Bewohner virtueller Welten Rechte? Wenn ja, dann muss es auch eine Möglichkeit geben, diese Rechte geltend zu machen. Das glaubt zumindest Antonio Hernandez und zieht im Kampf um seine Rechte gegen die Goldfarmer in World of WarCraft vor Gericht.

Der langjährige Spieler fühlt sich um seine Unterhaltung betrogen. Das Farmen von Gold und der Verkauf gegen echtes Geld schädige die Wirtschaft in der virtuellen Welt. Sein Ziel ist es, mit IGE eines der weltweit größten Unternehmen der Branche das mit virtuellem Gut handelt, von der Gerichtsbarkeit aus dem Spiel werfen zu lassen.

IGEs Anwälte verkünden hingegen, Hernandez und andere Spieler hätten kein Recht zu klagen, da sie kein Eigentum am virtuellen Gut besäßen. Eine gefährliche Argumentation, glauben Experten, denn IGE hätte nach dieser Sicht ebenfalls kein Eigentum an den Dingen mit denen man immerhin Handel treibt. Damit stellt das Unternehmen indirekt seine eigene Geschäftsgrundlage in Frage. Für IGE-Kunden könnten damit Ansprüche auf Rückerstattung gezahlter Gelder entstehen.

Wie auch immer die Richter entscheiden werden - es geht um Grundsätze. Schon jetzt steht fest, dass dieser Prozess keinesfalls der letzte zu diesem Thema sein wird. Es bedarf dringend einer international einheitlichen gesetzlichen Regelung zum Umgang mit virtuellem Eigentum und das wissen auch die Richter.