Spiele als Amoktrigger, Spiele als Instrument zum Abreagieren, Spielen zur Reaktionsschulung, Spiele zum Lernen und viele andere Felder werden heutzutage schon mit Videogames verbunden, im positiven wie im negativen Sinne. Eher neu ist die Einsatzmöglichkeit als Hilfsmittel der Psychotherapie.

"Earthquake in Zipland" heißt das neueste Spiel des israelischen Entwicklers ZipLand Interactive, und es beschreitet völlig neue Wege. Das Game wurde in Zusammenarbeit mit anerkannten Kinderpsychologen und -therapeuten entwickelt, und richtet sich speziell an Kinder frisch geschiedener Ehepaare oder solcher bei denen der Scheidungsprozess noch im Gange ist. Unter Zuhilfenahme des Spiels sollen seelische Schmerzen gelindert und der Umgang mit der neuen Situation erleichtert werden. Laut dem anerkannten Familientherapeuten Hazel Zemel sollen die Kinder sich über das Spielen stärker in die Therapie mit einbinden und so leichter über ihre Gefühle und Gedanken sprechen können. Eingesetzt werden kann das Spiel sowohl während der Sitzung, als auch zu Hause in einer entspannteren und ungedrungeneren Atmosphäre.

Zipland Interactive plant zukünftig ähnliche Titel zu entwickeln, ausgerichtet auf verschiedene andere emotionale Krisen von Kindern. Das Beispiel zeigt jedenfalls klar, dss Spiele weit vielfältiger sind, als es das mediale Schlagwort "Killerspiele" oft vermittelt.