Erst vor Kurzem freute sich Rovio, dass ihr iPhone-Erfolg Angry Birds über 60 Millionen Mal auf verschiedenen Plattformen installiert worden ist. Jetzt wurde bekannt, dass das Spiel angeblich sensible Daten an Drittfirmen übermittelt.

Das Wall Street Journal will herausgefunden haben, dass Rovios Spiel Benutzernamen, Passwörter, Ortungsdaten und eine einzigartige Telefon-ID an Drittanbieter übermittelt. Eine Veröffentlichung, die, ob sie nun wahr ist oder nicht, auf jeden Fall für viel Kritik am Datenschutz in Handy-App-Netzwerken sorgen wird.

Die Untersuchung behauptet ebenfalls, dass PopCaps Spiel Bejewled Nutzernamen und Telefonnummer übermittelt und das Spiel Paper Toss, das von den Backflip Studios entwickelt wurde, übermittelt die Telefon-ID und den Ort, an dem sich der Spieler gerade aufhält. Das Wallstreet Journal behauptet ein System entwickelt zu haben, dass die Daten, die ein iPhone oder ein Android-Gerät übermittelt abfangen kann.

Es wurde ebenfalls herausgefunden, dass Openfeint, ein Netzwerk für mobile Spiele, das viele verschiedene iPhone und iPad Apps anbietet, übermittelt ebenfalls die Ortungsdaten und die Telefon-ID. Wie das Wall Street Journal behauptet, übermitteln 56 von 101 getesteten Apps die Geräte-ID an andere Anbieter, ohne dass der Nutzer etwas davon mitbekämen oder einer Übermittlung zugestimmt hätten.

„Die Funde machen die aufdringlichen Versuche von Online-Tracking-Firmen deutlich, die persönliche Daten von den Leuten haben wollen, um daraus Dossiers zu erstellen.“ Etwas, womit sich jede Menge Geld verdienen lässt.

Apple widersprach dieser Aussage allerdings, da iPhone-Anwendungen keine persönlichen Daten des Users versenden können, ohne vorher eine Erlaubnis dafür bekommen zu haben. Die User würden im Vorhinein darüber informiert, welche Informationen zu welchem Zweck übermittelt werden. Google hingegen sagt, dass es den Entwicklern der Apps obliegt, wie sie mit den Nutzerdaten umgehen.

Rovio hat inzwischen auch energisch dementiert, dass Angry Birds Nutzerdaten sammelt oder auf irgendeine Art und Weise an Drittfirmen weiterleitet.

„Angry Birds sammelt oder speichert unter keinen Umständen persönlich identifizierbare Daten, die in irgendeiner Weise mit individuellen Nutzern verknüpft werden könnten.“ Der Bericht des Wall Street Journals wäre wage genug gewesen, um Misstrauen unter den Nutzern zu streuen. „Absolut nichts von all dem hat mit Werbung zu tun. Wir haben keine Werbung in unseren Spielen für das iOS.“

Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, dass keine persönlichen Daten gesammelt würden. Es werden lediglich statistische Daten gesammelt, wie zum Beispiel die Anzahl der Nutzer aus einem bestimmten Land, basierend auf der Telefon-ID und der allgemeine Position. Diese Daten werden lediglich als statistische Werte angezeigt, können aber niemals auf einen individuellen Nutzer zurückgeführt werden.

Auf die Behauptung des Wall Street Journals hin, Rovio sammele die eindeutige Telefon-ID, Passwörter und Ortungsdaten, behauptete Rovio, sie würden diese Daten nutzen, um „die Qualität und Skalierbarkeit unserer Dienste jetzt und in der Zukunft zu verbessern.“

Mit dieser Aussage bestätigt Rovio sogar die Aussage, dass Angry Birds die Passwörter der User abgreift.