Die Zeiten, in denen Japan die besten Spiele der Welt entwickelte, sind vorbei. Das zumindest glaubt Atsushi Inaba, der Schöpfer von Okami, der derzeit am heiß ersehnten blutreichen Actionspektakel MadWorld werkelt. In einem Interview verriet der Japaner jüngst:

"Um ehrlich zu sein, ich glaube, dass westliche Entwickler denen in Japan insgesamt überlegen sind, also müssen wir - die japanischen Entwickler - einsehen, dass wir hart daran arbeiten müssen, den westlichen Level zu erreichen. Wir kommen bald an den Punkt, an dem es nicht mehr um einzelne Entwickler geht und nicht darum, aus welchem Land sie kommen; die Globalisierung erreicht auch unsere Branche."

Mittlerweile sei es wichtig, so Inaba weiter, dass man den Weltmarkt im Kopf hat, wenn man ein Spiel entwickelt. Das gilt wohl insbesondere für MadWorld, das möglicherweise wegen seines ausgesprochen gewaltreichen Inhalts gar nicht in Japan erscheinen wird.

Inaba greift damit ein Thema auf, das auch schon den Erfinder von Metal Gear Solid, Hideo Kojima, im vergangenen Oktober beschäftigte. Der ging damals noch einen Schritt weiter und dachte mit einem Augenzwinkern darüber nach, ob er nicht besser damit aufhören sollte, Japaner zu sein.