Und wieder einmal wird in das Horn der Gebrauchtspiele-Gegner geblasen. Dieses Mal von Denis Dyack, dem Geschäftsführer von Silicon Knights. Geht es nach ihm, dann sorgt der Handel mit gebrauchten Spielen nicht nur dafür, dass den Publishern und Entwicklern die Profite entgehen - er verteuert auch gleichzeitig die Kosten für das Produkt.

In einem Interview mit Gamesindustry.biz geht Dyack davon aus, dass der Handel mit gebrauchten Spielen die Spieleindustrie, wie wir sie kennen, vernichten wird. Es sei eine der schlimmsten Bedrohungen, die man nur fürchten kann.

„Ich würde davon ausgehen, dass der Gebrauchtspielemarkt momentan die Kosten der Spiele in die Höhe treibt. Es gab 20 Jahre lang Spiele, die einen sogannten Schwanz hatten, wo man sagen konnte, dass Spiele mit dem Titel Warcraft sich zehn Jahre lang verkaufen würden. Weil es da keine gebrauchten Spiele gibt, kann man sie momentan für eine lange Zeit verkaufen und eine Weile lang immer wiederkehrende Gewinne bekommen. Wiederkehrende Gewinne sind ein wichtiges Schlüsselelement.“

„Jetzt gibt es da keinen Schwanz mehr. Wortwörtlich bekommt man das meiste aus seinen Verkäufen in den ersten drei Monaten nach dem Launch. Dadurch wurde ein sehr ungesundes Extrem erzeugt, bei dem man wirklich schnell verkaufen und dann alles Mögliche machen muss, um das Geld zu bekommen.“

„Ich würde meinen, und ich hab das schon mal gesagt, dass gebrauchte Spiele die Industrie kannibalisieren. Wenn Entwickler und Publisher keine Gewinne davon bekommen, ist es gar keine Frage des ‚Hey wir versuchen die Preise der Spiele für die Kunden zu erhöhen und wir wollen mehr‘, wir versuchen nur als Industrie zu überleben.“

„Wenn der Gebrauchthandel so weiter geht wie bisher, wird er uns kannibalisieren. Dann wird es keine Industrie mehr geben. Die Leute werden diese Art von Spielen nicht machen. Ich denke, das hat den Preis der Spiele inflationiert und ich denke, dass die Preise sinken würden, wenn es einen längeren Schwanz gäbe, aber den gibt es nicht.“

Dabei geht Dyack davon aus, dass die Lösung des Problems darin bestehen könnte, die Spiele nur noch digital zu veröffentlichen oder in der Cloud zu speichern. Denn solche Spiele kann man nicht mehr gebraucht verkaufen.