Das Nantwich Education Partnership, eine Vereinigung von 14 Grund- und zweier Mittelschulen in England hat einen Brief an Eltern verschickt, in dem sie mit der Polizei und sozialen Einrichtungen drohen, sollten sie ihren Kindern erlauben, Spiele wie Grand Theft Auto oder Call of Duty zu spielen.

Aktuelles - Schule droht Eltern mit der Polizei, wenn sie ihre Kinder GTA oder Call of Duty spielen lassen

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Eltern, die ihren Kindern dieses Spiel geben, müssen sich auf Polizeibesuch gefasst machen
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Es besteht kein Zweifel, dass Eltern eine besondere Verpflichtung gegenüber ihren Kindern besitzen. Und dazu gehört auch, dass sie einschätzen sollten, inwiefern ihre Kinder in der Lage sind, mit Medien umzugehen. FSK und USK sind Instanzen, die gesetzlich verbindliche Alterseinstufungen für Medien wie Filme und Spiele bestimmen. Händler haben sich an diese Einstufungen zu halten. Ansonsten drohen empfindliche Geldbußen. Eltern und Personensorgeberechtigte genießen dagegen das Erziehungsprivileg. Das heißt, sie dürfen nach eigenem Ermessen darüber entscheiden, ob ein Medium ihren Kindern zugänglich gemacht werden darf oder nicht.

In England haben sich die Schulleiter von 14 Grund- und zwei Mittelschulen in Cheshire dazu entschieden, den Eltern diese Aufgabe abzunehmen. Das Nantwich Education Partnership verschickte an alle betroffenen Eltern der Schulvereinigung einen Brief, in dem sie darauf hingewiesen wurden, dass sie ihren Kindern den Zugang zu gewalthaltigen Spielen wie Grand Theft Auto und / oder Call of Duty und sonstigen Produkten mit einer Alterseinstufung ab 18 zu verwehren haben. Sollten sie dem nicht Folge leisten und ihren Kindern den Konsum derartiger Produkte ermöglichen, drohe man ihnen mit Verständigung der Polizei und sozialer Einrichtungen wie dem Jugendamt.

Darüber hinaus sollten die Eltern ihren Kindern auch nicht erlauben, sich in sozialen Netzwerken wie Facebook anzumelden, auf Internetseiten zu interagieren noch Messaging-Dienste wie Whatsapp in Anspruch zu nehmen. Man sollte bei all dem wissen, dass hier größtenteils über Grundschulkinder im Alter zwischen sechs bis zehn Jahren gesprochen wird. Gerade diese Altersgruppe sollte besonders geschützt werden. Und im Grunde auch keine Spiele wie Call of Duty und erst recht nicht Grand Theft Auto spielen. Andererseits ist das ein erheblicher Eingriff in die Privatsphäre und in das Erziehungsprivileg der Eltern. Wenn man so will, ist das nicht einmal ein Rat, sondern eine Drohung, die hier ausgesprochen wird.

Als Grund für diesen Schritt führte das Nantwich Education Partnbership an, dass mehrere Kinder erwähnt haben sollen, dass sie genannte Spiele entweder selbst gespielt oder zumindest gesehen haben wollen. Nicht nur die Gewalt, auch die extreme Sexualität sei ein Problem, das dadurch entstehe. Und das wolle man gemeinsam mit den Eltern verhindern, um die Kinder im digitalen Zeitalter zu schützen.

Was meint ihr? Richtiger und notwendiger Schritt oder ein ungerechtfertigter Eingriff in die Privatsphäre?