Stephen J. Sedensky III, Staatsanwalt des US-Bundesstaates Connecticut, hat einen umfangreichen Abschlussbericht zum 'Sandy Hook'-Massaker vom letzten Jahr abgeliefert, der keinerlei Verbindung zwischen Adam Lanzas Spiele-Leidenschaft und seiner grausamen Tat sieht.

Aktuelles - 'Sandy Hook'-Massaker: Abschlussbericht sieht keine Verbindung zwischen Spielen und Tat

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Auch Kingdom Hearts war in Lanzas Sammlung an Videospielen
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Am 14. Dezember letzten Jahres stürmte der damals 20-jährige Adam Lanza mit einer halbautomatischen Bushmaster .223 cal Model XM15 Gewehr, einer 10mm Glock, einer 9mm SIG Sauer P226 und einer Saiga-Shotgun bewaffnet in die 'Sandy Hook'-Grundschule in Newtown, Connecticut und tötete 20 Schulkinder und sechs Angestellte, darunter die Schuldirektorin, bevor er sich das Leben nahm. Schon zuvor tötete er seine Mutter im eigenen Zuhause.

Als die Ermittler in seinem Haus neben zahlreichen Waffen, die seine Mutter, eine Waffensammlerin, legal erworben hatte, auch Videospiele fanden, war für die Medien der Übeltäter sogleich gefunden: Videospiele, vor allem die gefundenen Spiele Call of Duty und Grand Theft Auto. Politiker wie vermeintlich fachkundige Kritiker stürzten sich auf dieses gefundene Fressen und versuchten sich gegenseitig im Profilieren zu übertreffen, allen voran die National Rifle Association.

Doch im vorliegenden Abschlussbericht von Staatsanwalt Sedensky wird keine Verbindung zwischen den Videospielen und der grausamen Tat Lanzas gezogen. Dass brutale Videospiele als Grund angeführt werden, kann nicht eindeutig bestätigt werden, denn unter den gefundenen Videospielen befanden sich neben den gewalthaltigen Spielen wie Left 4 Dead, Dead Rising, Battlefield, Call of Duty, Grand Theft Auto und Doom auch mindestens genauso viele jugendfreie Spiele wie Kingdom Hearts, Lego Star Wars und Worms Forts Under Siege. Sein Lieblingsspiel: Super Mario Bros.

Lanza war sogar ein leidenschaftlicher Fan des Tanzspiels Dance Dance Revolution. Das belegen Videos, in denen er beim DDR-Spielen zu sehen ist.

Neben einer Xbox, soll er auch eine Playstation 2 besessen haben. Und im Gegensatz zu anderslautenden Berichten, habe er 2008 sogar eine LAN-Party bei sich abgehalten. "Er spielte oft Videospiele, alleine bei sich zuhause und auch online", so der Bericht. "Die Spiele können sowohl als gewalthaltig als auch als gewaltfrei bezeichnet werden. Eine Person beschrieb den Täter als jemanden, der mehr Zeit mit den gewaltfreien Spielen verbrachte, und dessen Favorit zu einem Zeitpunkt Super Mario Brothers gewesen sein soll."

Der Täter habe schwere psychische Probleme gehabt, die zwar keinen Einfluss auf die Straffälligkeit seines geistigen Zustandes und seine Schuldfähigkeit hatten, jedoch sein alltägliches Leben und seine Interaktion mit anderen Menschen behinderten. Er habe seine Tat eindeutig geplant, auch seinen Selbstmord. Es sei jedoch kein klares Motiv erkennbar. Zusammen mit seiner Erfahrung an der Waffe und der Zugänglichkeit zu den Waffen seiner Mutter, habe das alles zum zweitschlimmsten Schulmassaker in der Geschichte der USA geführt.