Sony BMG hat es schwer in den letzten Tagen. Nachdem bekannt wurde, dass ein auf Musik-CD's des Unternehmen eingesetzter Kopierschutz für gefährliche Attacken auf PC-Systeme missbraucht werden konnte, liefen Verbraucher zu Recht Sturm. Der Kopierschutz verankerte sich derart tief im System und änderte Systemdateien, dass möglicherweise sogar Klagen des Windows-Herstellers Microsoft auf Sony BMG zukommen könnten.

Die Öffentlichkeit wurde auf den dreisten Kopierschutz am 31. Oktober aufmerksam, als der Sicherheitsexperte Mark Russinovich in seinem Blog darauf hinwies. Kurz darauf reagierte Sony BMG und rief alle betroffenen CD's zurück. Es dauerte nicht lange, bis sich die ersten Verbraucher für Sammelklagen zusammenschlossen.

Nun könnte sich der ganze Vorfall jedoch erneut zuspitzen. Denn wie jetzt bekannt wurde, hatte das finnische Antiviren-Unternehmen F-Secure Sony BMG bereits am 4. Oktober - also nahezu einen Monat vor dem offiziellen Bekanntwerden - über das Risikopotential aufgeklärt. Bei Sony wollte man von den Warnungen laut Aussage von F-Secure allerdings nichts wissen und schlug sie in den Wind. Was dieses fahrlässige Vorgehen konkret bedeutet, steht noch nicht fest. Eines ist aber sicher: Die Musikindustrie wird in Zukunft sicherlich besser darauf achten, was sie dem Kunden als Kopierschutz zu verkaufen versucht.