In einem Interview sprach Shinji Mikami, der Schöpfer der Kult-Horror-Reihe Resident Evil und The Evil Within, dass er gerne starke Frauencharaktere in Videospielen habe. Unterwürfige Frauen wolle er dagegen keine sehen.

Aktuelles - 'Resident Evil'- und The Evil Within'-Schöpfer Shinji Mikami mag starke Frauen in Spielen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/11Bild 8/181/18
Die Resident Evil Reihe ist bekannt für ihre starken Frauen
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Gerne erheben Feministinnen ihre Stimmen und werfen der Videospiele-Industrie vor, Frauen in Spielen zu übersexualisieren, oder sie als hilflose Wesen darzustellen, die ohne die führende Hand eines starken Mannes keinen Schritt machen können. Einer, der mit solchen Darstellungen gänzlich nichts anzufangen weiß, ist der japanische Spiele-Designer Shinji Mikami - ein Mann.

Stattdessen zeichnet sich die Resident Evil Reihe durch starke weibliche Persönlichkeiten aus, die "ihren Mann" stehen. Frauen wie Jill Valentine und Claire Redfield. "Ich weiß nicht, ob ich einen größeren Schwerpunkt auf weibliche Charaktere setze, aber wenn ich sie einführe, dann niemals als Objekte", so Mikami. "In manchen Spielen sind sie Beiwerk-Charaktere mit absurden Brustgrößen. Ich vermeide derlei offensichtliche Sexualisierung. Ich mag auch keine weiblichen Charaktere, die sich den männlichen Charakteren oder der Situation, in der sie sich befinden, gegenüber unterwürfig verhalten. So stelle ich die Frauen nicht dar. Ich schreibe weibliche Charaktere, die im Laufe des Spiels ihre Wechselbeziehungen erforschen, oder welche, die bereits wissen, dass sie unabhängig sind, aber durch mehrere Situationen herausgefordert werden."

Wenn er einen weiblichen Charakter aus seiner Schöpfung nennen müsse, die ihm nicht gefalle, dann sei es Rebecca Chambers - ein junges Mitglied des S.T.A.R.S. Bravo Teams aus Resident Evil.

"Sie ist unterwürfig, sie ist nicht unabhängig. Ich wollte sie nicht einbauen, aber das Team wollte einen solchen Charakter im Spiel, warum auch immer. Ich bin mir sicher, dass es für sie Sinn machte. Und in Japan ist dieser Charakter ziemlich beliebt."

Überhaupt sei er generell an normalen Charakteren interessiert, an verletzlichen Menschen. "Das Horror-Erlebnis ist umso gruseliger, wenn der Spieler nicht weiß, ob sein Charakter sterben wird oder überlebt - Tod und Leben müssen sich die Waage halten. Wenn man sich in einer Situation befindet, in der man sich nicht zu 100 Prozent sicher ist, ob man die Gegner vermeiden oder besiegen kann, wenn man das Gefühl hat, dass man es vielleicht schaffen könnte, darin liegt der Horror. Es ist überlebenswichtig, so eine Situation hervorzurufen. Außerdem möchte ich nicht einfach nur dastehen, und Dutzende von Gegner über den Haufen ballern. Stirb! Stirb! Stirb! Dafür habe ich keine Kraft."

Shinji Mikamis neuestes Horrorwerk The Evil Within ist seit dem 14. Oktober für PC, PS4, PS3, Xbox One und Xbox 360 erhältlich.