Der Social-Games-Gigant Zynga hat enorm an Wert gewonnen. Das Unternehmen ist mittlerweile über 10 Milliarden US-Dollar wert. Das ist für einige in der Industrie ein Anzeichen dafür, dass sich die Casual-Sparte in einer Blase befindet. Und mit Blasen und deren Platzen kennt sich die Internetbranche gut aus.

Alexandre de Rochefort, Chief Financial Officer des Entwicklerstudios Gameloft, welches sich mittlerweile hauptsächlich mit Casual Games und Handyspielen beschäftigt, geht davon aus, dass sich die Industrie für Social-Games und digitale Medien in einer Blase befindet. Das Geschäft mit Social-Games befindet sich auf einem gefährlichen Weg, wenn die Firmen hinter den Spielen so stark an Wert gewinnen.

„Es tut mir leid, aber wenn Zynga über 10 Milliarden Dollar wert ist, dann isst das ein wenig seltsam. Wenn das keine Blase ist, dann weiß ich‘s auch nicht besser“, sagte er gegenüber Reuters.

Wie es scheint sorgt sich de Rochefort darum, dass die Industrie wieder einmal vom Technikfieber gepackt wurde. Zu sehr in technische Entwicklung zu vertrauen ging allerdings schon um die Jahrtausendwende schon einmal gründlich in die Hose.

Das Social-Games-Unternehmen Zynga, bekannt für Facebook-Spiele wie FarmVille und Mafia Wars, wurde im Jahre 2007 gegründet und ist momentan auf einem unvorhergesehen Übernahmekurs, bei dem es schon über vierzehn Entwicklerstudios innerhalb der letzten 12 Monate aufgekauft hat. Verschiedene unabhängige Wertschätzungen ergeben, dass das Unternehmen zwischen sieben und zehn Milliarden Dollar Wert sein muss.

Es halten sich Gerüchte, dass Zynga möglicherweise Kapital auf den Aktienmarkt schwemmen will, was durch einen Anstieg der LinkedIn-Anteile seit seinem Auftakt an der New Yorker Börse deutlich wird.

de Rochefort warnt ausdrücklich davor, dass sich der Finanzmarkt momentan in einer Social-Media-Ekstase befindet. Es zeigen sich bereits jetzt schon erste Anzeichen, dass das zu einem Dot-Com-Sterben-2.0 werden könnte. Das würde letztlich bedeuten, dass die Aktienpreise weit über den eigentlichen Wert der Unternehmen steigen und damit einen Zusammenbruch herausfordern, der dazu führt, dass die Investoren all ihre Anteile wieder verkaufen.