In einem Interview sprach Industrie-Veteran Phil Harrison über die aktuelle Lage in der Gaming-Industrie. Seiner Meinung nach sorgen weder Sony noch Microsoft für einen Zuwachs in der Gamer-Community, dafür aber Nintendo.

Aktuelles - Phil Harrison: Sony und Microsoft erweitern den Spielerkreis nicht

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Phil Harrison war zuletzt bei Microsoft Game Studios
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Bis Anfang 2015 war Phil Harrison als Corporate Vice President of Xbox in Europe bei Microsoft Game Studios tätig. Dann verließ er das Unternehmen, um mit Alloy Platform Industries sein eigenes Studio zu gründen. Es hieß, dass Harrison Microsoft den Rücken kehrte, weil er unzufrieden mit der Situation war. Nachdem Don Mattrick aufgrund des Xbox-One-Start-Desasters den Hut als Leiter der Xbox-Sparte nehmen musste, soll er wohl darauf gehofft haben, nachzurücken. Stattdessen ging die Stelle an Namensvetter Phil Spencer. Zuvor war Harrison von 1992 bis 2008 bei Konkurrent Sony unter Vertrag.

Einheitsbrei

Über genügend Erfahrung und Einblick in die Industrie verfügt Harrison also. Und aufgrund dessen sind seinen Aussagen in einem kürzlichen Interview auch mehr Gewicht zuzuordnen als etwa einem gewissen Analysten. Harrison glaubt demnach, dass Sony und Microsoft wenig in das Wachstum der Industrie investieren.

"Ich denke, Sony hat einen großartigen Job darin geleistet, die PS4 weltweit zu etablieren", so Harrison. "Worüber ich mir allerdings Gedanken gemacht habe und was mir etwas Sorgen bereitet, ist, sorgen Microsoft und Sony für einen Wachstum im Markt? Bauen sie und investieren sie in Inhalte und erweitern sie das Erlebnis, um mehr Spieler zu erreichen? Für mich sieht es eher so aus, wenn man die öffentlichen Ankündigungen ansieht, gehen sie vermehrt auf die Hardcore-Gamer zu. Dagegen hat die Nintendo Switch tatsächlich die Möglichkeit, sich einem breiteren Publikum zu öffnen. Es wird interessant sein, zu sehen, wie sich der Markt in den nächsten drei oder vier Jahren verändern wird."

Nicht erwähnt hat Harrison den enormen Spielerwachstum allein durch mobile Titel über Smartphones, die, wenn man so will, weitverbreiteste Spieleplattform der Welt. Zudem hat sich die PS4 weltweit mittlerweile über 60 Millionen Mal verkauft und steht damit an zwölfter Stelle der meist verkauften Konsolen/Handhelds der Welt - und damit noch vor dem SNES oder dem N64. In Deutschland sollen schätzungsweise über fünf Millionen PS4 über den Ladentisch gewandert sein. Umfragen zufolge konnte Sony viele Xbox-360-Besitzer zum Kauf einer PS4 bewegen. Und da viele die Kaufentscheidung davon abhängig machen, welche Konsole im Freundeskreis vertreten ist, dürfte das durchaus mitverantwortlich für den Erfolg sein. Geschweige denn all die Großeltern und Eltern, die ihren Kindern eine "populäre" Konsole zu Weihnachten oder zum Geburtstag kaufen wollen.