Vor kurzem kündigte Phil Fish ein Sequel zu seinem Hit FEZ an. Vieles könne er zwar noch nicht zum Nachfolger sagen, aber in einem sei er sich bereits sicher: FEZ 2 werde nicht auf der Xbox erscheinen.

Jetzt fragt man sich natürlich sicher, warum Phil Fish so eine Aversion gegen Microsoft und die Xbox hegt. Ursprünglich erschien FEZ nur auf Xbox Live Arcade. Kurz nach dem Release im April 2012 veröffentlichte Polytron einen Patch für FEZ, das einige Bugs beseitigen sollte. Leider verursachte dieser Patch wiederum bei einigen Spielern eine Beschädigung ihrer Speicherdaten. Polytron riet den Spielern daraufhin, von einer Installation des Patches abzusehen und Microsoft nahm kurz darauf den Patch vom Markt.

Wenig später kam der Patch aber zurück, ohne jegliche Modifikation. Fish teilte mit, dass Microsoft ihn und Polytron vor die Wahl stellte. Entweder er fixt das Problem mit dem Speicherdatenbug und lässt den Patch erneut zertifizieren, oder er belässt alles, so wie es ist. Eine erneute Zertifizierung hätte Fish "zehntausende Dollar" gekostet, ein finanzielles Risiko, dass er nicht eingehen wollte.

"Es ist auf jeden Fall ein beschissenes Zahlenspiel," so Fish auf seinem Blog. "Aber es macht ABSOLUT NULL SINN, dass so ein kleines Independent-Studio so viel für einen Patch bezahlen muss."

Wäre FEZ auf Steam veröffentlicht worden, fügt Polytron hinzu, wäre das Spiel bereits zwei Wochen nach der Veröffentlichung gefixt worden, und es hätte sie überhaupt nichts gekostet.

Polygon fragte Fish noch Stunden vor der Ankündigung, dass Microsoft seine Restriktionen zurücknimmt, was er denn von der kommenden Xbox One halte.

"Ich hoffe, sie ist ein Scherz. Ich hoffe, Microsoft spielt uns nur was vor und kündigen eine Konsole an, die keiner will, nur um dann eine klassische Xbox zu verkünden und die Herzen der Spieler zurückzugewinnen. Microsoft macht eine Konsole für sich selbst. Nicht für Spieler. Nicht für Entwickler. Nur für das eigene, Orwell'sche Selbst. Ich bin nicht interessiert."

Nachdem die Meldung die Runde machte, dass Microsoft sich von seinen DRM verabschieden würde, fragte man noch einmal bei Fish an, woraufhin dieser antwortete: "Nein, ich denke nicht, dass dies viel für mich ändern wird. Sie haben nicht das Geringste an ihrer Anti-Indie-Politik geändert."

Laut Fish habe Sony bei der PS4 das Herz definitiv am rechten Fleck sitzen. Dennoch komme es darauf an, wie ihn ein Konsolenhersteller behandelt. "Microsoft hat es mir auf schmerzhafte Weise klargemacht, dass sie mich nicht auf ihrer Plattform haben wollen. Ich kann dort nicht einmal selber veröffentlichen, während ich das auf der PS4 kann. So einfach ist das. Microsoft lässt mich nicht für ihre Konsole entwickeln. Aber Sony lässt das zu."

Es gebe einfach einen zu starken Kontrast in der Art, wie beide Unternehmen mit Indie-Entwicklern umgingen. Während Microsoft kaum Zeit damit verbrachte, über Indie-Spiele zu sprechen, hat Sony Die Indie-Entwickler zusammen mit den AAA-Entwicklern in ihrem Booth beworben.

"Einer hat eine riesige Orgie und der andere macht bloss ein weiteres verdammtes Minecraft," regt sich Fish auf. Überhaupt käme es heute sowieso nicht mehr auf das Team oder das Budget an, um über die Qualität eines Spieles nachzudenken. Alles was zähle seien die Spiele. "Spiele sind Spiele sind Spiele. Ich möchte nicht, dass irgendwer meine Spiele an der Größe des Team oder dem Budget bemisst.

Zu FEZ 2 selber, könne er zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagen, außer, dass es existiert und dass Rich Vreeland die Musik komponieren werde.

Auf die Frage, warum er denn einen zweiten Teil machen wolle, statt ein komplett neues Spiel zu kreieren, sagt Fish, dass er doch ein neues Spiel gemacht habe: "FEZ 2 ist für FEZ 1 dasselbe wie Zelda 2 zu Zelda 1. Nur weit schwerer."