In einem Interview rät Entwickler-Legende Peter Molyneux dazu, den momentanen Hype um die Indie-Szene voll auszukosten, so lange er anhält.

Aktuelles - Peter Molyneux: Genießt den Hype um Indies, er wird keinen Bestand haben

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Peter Molyneux' aktuelles Projekt Godus
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Indie-Studios sprießen derzeit nur so aus dem Boden. Wer in der Spieleindustrie nach Innovation sucht oder einfach nur Spiele mit frischen Ideen genießen möchte, schaut sich nicht etwa in dem festgefahrenen AAA-Bereich um, sondern in der Indie-Branche. Doch laut Peter Molyneux ist dieser Hype nicht von Dauer.

"Diese Dinge folgen einem Kreislauf", so Molyneux. "Was ich damit sagen will, ist, genießt diese Zeit, denn sie ist nicht von Dauer."

So vergleiche er die Spiele- und die Indie-Szene mit der Musikindustrie, in der sich alle paar Jahre der Trend wieder verändere. Da gab es die Punk-Ära, die Techno-Ära, dann die Hip-Hop-Ära, und jetzt sei alles verkünstelt. Alles folge nun mal einem natürlichen Kreislauf, und man solle nicht davon ausgehen, dass sich die nächsten fünf Jahre alles nur um Indies drehen werde. So sei Molyneux der Überzeugung, dass auch dieser momentane Hype um Indies nicht lange anhalten werde.

Das Problem sehe er vor allem im finanziellen Sektor. "Aber was die Indie-Studios nicht erkennen, ist, dass sie dann Meetings haben werden, und in jenen Meetings wird man ihnen sagen, 'Nein, ihr solltet das nicht machen - schaut euch dieses Spiel an, das macht Geld'".

Trotzdem lobt er die aktuelle Indie-Szene, die ihn sehr an seine Anfänge in den 80ern erinnere. Damals habe man als Ein-Mann-Entwickler noch Spiele programmieren können, die sich zu riesigen Erfolgen entwickelten, und den Grundstein für die heutige Spieleindustrie legten. Auch biete die Indie-Szene eine Alternative zu den großen AAA-Titeln, was sich besonders für junge Entwickler eigne.

"Vor ein paar Jahren ging eine große Angst um, alles drehte sich um hohe Budgets und 'Mein Franchise ist größer als deines'. Es drehte ich alles nur noch darum, wer das nächste Call of Duty kreieren würde."

Durch die Indie-Szene drehe es sich heute eher um neue Spielideen und Kreativität denn um Angst. Auch Molyneux wandte der AAA-Industrie den Rücken zu, gründete sein Indie-Studio 22cans und konnte mit Godus bereits sein erstes Indie-Spiel seit Jahren erfolgreich über Kickstarter finanzieren.

"Mal unter uns, würde ich immer noch bei Microsoft arbeiten, würde ich mir selbst schaden," ist sich Molyneux sicher. "Es wäre eine schreckliche Erfahrung. Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt wieder in der Industrie angelangt bin, die wirklich faszinierend und beeindruckend ist. Und ich kann so verrückte Sachen sagen wie, 'Lasst uns ein Spiel entwickeln, das 70 Millionen Leute verbindet.'"