Mehrere Indie-Entwickler haben auf die Onlineplattform 7 Entertainment hingewiesen, die über ihre zahlreichen Tochterseiten illegal Keys aus Humble Bundles verkauft.

Aktuelles - Onlineplattform verkauft illegal Keys aus 'Humble Bundle'-Aktionen

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Grundpakete aus mehreren Spielen erhält man bei den Aktionen von Humble Bundle schon ab 1 Dollar
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Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis findige Plattformen auf die Idee kommen würden, die günstigen Bundles aus Aktionen wie von Humble Bundle auszunutzen, um Profit daraus zu schlagen. Bei Humble Bundle ist es so, dass man für Grundpakete aus mehreren Spielen lediglich 1 Dollar zahlen muss. Wer mehr als den Durchschnittspreis zahlt, erhält weitere Spiele hinzu. Auf diese Weise werden Spieler dazu animiert, Spiele, die sie sich ansonsten nicht gekauft hätten, gleich in einem Paket zu erstehen. Das hilft dem Spieler, da er auf diese Weise Spiele kennenlernt, die er sich zum Vollpreis nie gekauft hätte, das hilft dem Spiele-Entwickler, da er sich einen größeren Spielerkreis erschließen kann in Bezug auf zukünftige Projekte, das hilft Humble Bundle als Initiator auch was zukünftige Angebote angeht, und das hilft Hilfsbedürftigen, da Humble Bundle, bzw. der Käufer einen Teil des Geldes an Hilfsorganisationen vergibt.

Und so wie es aussieht, hilft das auch all den zwielichten Gestalten, die ein Stück vom Kuchen wollen und dafür den illegalen Weg beschreiten. Wie Game Informer herausgefunden hat, verkauft die Online-Distributions-Plattform 7 Entertainment über ihre Tochterseiten illegal Keys aus eben jenen Humble Bundles zu einem niedrigeren Preis. Während man auf Steam für das Indie-Spiel Proteus 9,99 Euro hinblättern muss, kostet es im Store von Kinguin, einer Tochterfirma von 7 Entertainment, gerade mal 3,40 Euro, auch wenn es momentan als ausverkauft markiert ist. Interessanterweise gab es Proteus im Humble Indie Bundle 8, das es im Mai letzten Jahres zu kaufen gab. Thomas Was Alone kostet auf Steam 7,99 Euro. Kauft man es sich allerdings über Fast2Play, muss man lediglich 2,80 Euro hinblättern. Auch Thomas Was Alone war Bestandteil des Humble Indie Bundle 8.

Im Übrigen werden auf diese Weise nur Spiele aus Humble Bundles verkauft, die es noch vor Humble Bundles Umstellung für Steam-Keys zu kaufen gab. Seit November 2013 gibt es Steam-Keys nur noch bei direkter Verlinkung des Humble-Bundle-Accounts mit dem Steam-Account. Dies beugt dem illegalen Verkauf der einzelnen Keys vor und ermöglicht zugleich das Verschenken doppelter Keys.

Ed Key, Mitentwickler des Spiels Proteus kaufte zum Vergleich sein eigenes Spiel über die Plattform Fast2Play und identifizierte die erhaltene Version als eine, die beim Humble Indie Bundle 8 verkauft wurde. Auch andere Indie-Entwickler berichten von ähnlichen Problemen. Paul Taylor von Mode 7 fragte die Seitenbetreiber nach einer Distributionsvereinbarung mit Mode 7, die es ihnen erlauben würde, Frozen Synapse zu verkaufen, woraufhin das Spiel von der Seite verschwand, aber weiterhin auf anderen Seiten von 7 Entertainment angeboten wird.

Für Key besteht kein Unterschied zwischen dem Verkauf auf jenen Seiten, von dem der Entwickler null profitiert, und der allgemeinen Piraterie. "Der einzige Unterschied besteht darin, dass sie [Plattformen wie 7 Entertainment] Geld für Dinge verlangen, die es auf Pirate Bay für lau gibt. Es besteht derselbe Vertragsbruch bei digitalen Gütern, und die paar Cents, die wir durch den ursprünglichen Bundle-Verkauf erhalten haben, rechtfertigt ihn in keinster Weise."

Ein Repräsentant von 7 Entertainment hat sich mittlerweile bei Game Informer gemeldet, um die Situation klarzustellen. Demnach handelt es sich bei 7 Entertainments Tochterseite Kinguin um eine digitale Plattform für Verkäufer, die dort ihre digitalen Güter feilbieten können, also quasi ein Ebay für Spieler. Die Verkäufe gehen also nicht von 7 Entertainment direkt aus, sondern von Drittanbietern. 7 Entertainment stelle lediglich die Plattform zur Verfügung. man sei sich auch über diese Problematik im Klaren und habe verdächtige Anbieter bereits kontaktiert. Was Fast2Play anginge, habe sich 7 Entertainment von Zulieferern bestätigen lassen, dass die Güter rechtens seien. Man habe kein Interesse daran, den Entwicklern der Spiele zu schaden.