Ein kanadischer Jugendlicher konnte mithilfe seines Onkels und des Xbox-Spiels Guitar Hero des Mordes überführt werden. Inwiefern das Spiel allerdings nur Lockmittel und nicht direkt Aufklärungsmittel war, ist nicht unbedingt klar. Sicher ist, dass es verwanzt wurde.

Aktuelles - Mörder konnte mit verwanztem Guitar Hero für die Xbox 360 überführt werden

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Ein Jugendlicher wurde durch ein verwanztes Spiel des Mordes überführt.
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Der Jugendliche, dessen Name nicht genannt werden darf, da er noch minderjährig ist, wurde beschuldigt, im Jahre 2009 die damals 16-jährige Charlotte Jolly erschossen zu haben. Beide Kinder gehörten zu rivalisierenden Jugendgruppen, die in den frühen Morgenstunden des 1. September 2009 aufeinandertrafen. Der Täter führte in dieser Nacht ein Gewehr bei sich, das offenbar aus einem gestohlenen Wagen entwendet worden war. Als es in der Nacht zu einer Schießerei kam, wurde die 16-jährige Charlotte Jolly tödlich getroffen.

Beweisen konnte das Gericht diese Tat bisher nicht. Kürzlich setzte die Polizei aber auf eine besondere Form der verdeckten Ermittlung. Sie schloss einen Deal mit dem Onkel des Jugendlichen ab: Wenn er zustimmen würde, dass man seinen Neffen im Geheimen aufzeichnet, würde ein Verfahren wegen Trunkenheit am Steuer, das gegen ihn lief, fallen gelassen werden.

Um nun eine Aufzeichnung zu bekommen, stattete die Polizei das Xbox-360-Spiel Guitar Hero mit einer Wanze aus. Es ist nicht klar, ob es sich hierbei um einen materiellen Sender handelt, der in der Spieleverpackung angebracht war, oder ob hier Audiodaten von Mikrofonen oder Kinect-Sensoren abgegriffen wurden.

Und tatsächlich gestand der Jugendliche die Tat während des Spiels mit seinem Onkel. Mit diesem aufgezeichneten Geständnis konnte der Mord nun bewiesen werden. Der Jugendliche wurde anschließend wegen Mordes mit bedingtem Vorsatz angeklagt und verurteilt.