Die Geschichte eines 19-Jährigen, der aufgrund seiner Sucht über 10.000 Dollar allein für Mikrotransaktionen ausgegeben hat, soll abschrecken und Entwickler für die Gefahren sensibilisieren, die solche Praktiken für junge Spieler beinhalten.

Aktuelles - Mikrotransaktionen: 19-Jähriger gibt über 10.000 Dollar aus

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Spiele wie Blizzards Overwatch locken mit Lootboxen
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Mikrotransaktionen und Lootboxen stehen momentan stark in der Kritik. Gerade in Verbindung mit Vollpreistiteln werfen Spieler Entwicklern und Publishern Ausbeute vor, während staatliche Institutionen wie die belgische Glücksspiel-Kommission mittlerweile prüfen, inwiefern etwa Lootboxen als Glücksspiel betrachtet werden können. Ganz klar, Die Entwickler stehen unter Druck. Denn es gilt vor allem Kinder und Jugendliche davor zu bewahren, süchtig zu werden und sich eventuell enorm zu verschulden.

Einer, der in den Strudel aus vermeintlich kleinen Beträgen und den Reiz des Ungewissen geriet, ist der 19-jähriger Reddit-Nutzer Kensgold, der sich vor kurzem dazu entschlossen hat, Entwickler wie DICE daran zu erinnern, welche negativen Auswirkungen Mikrotransaktionen haben können - an seinem eigenen Beispiel.

Alles habe, wie so oft heutzutage, erst mit einem Browser-, dann mit einem Mobile Game für Smartphones angefangen. Als er anfing, sein Taschengeld in Spielenfür für In-Game-Käufe auszugeben, war er gerade mal 13 Jahre alt. Zu einer echten Sucht wurde es dann beim mittlerweile eingestellten Kingdoms of Middle-earth - dem besagten Mobile Game mit einem starken Fokus auf Grinding und Pay-to-win. Allein im Sommer 2015 habe er über 800 Dollar für das Spiel ausgegeben, im gesamten Jahr sogar über 4000 Dollar dank Spielen wie Clash of Kings und Age of Warring Empire. Zu dem Zeitpunkt habe er einen Teilzeitjob gehabt, bei dem er den Mindestlohn erhalten habe. Rund 90 Prozent seines Lohns habe er allein für Mikrotransaktionen wieder ausgegeben. "Zu dem Zeitpunkt dachte ich mir nur, 'wofür willst du es denn sonst ausgeben?'", so Kensgold.

Er wusste stets, dass es keine vernünftige Art darstellte, sein Geld auszugeben, aber der Endorphin-Rausch beim Geldausgeben sei einfach größer gewesen als jegliches Bedenken. Trotz der Warnung seiner Mutter, dass er die Kontrolle über sich verliere, habe er weiter Geld in In-Game-Käufe investiert. Und so ist es nicht verwunderlich, dass es weder seine Mutter noch seine eigene Einsicht gewesen waren, die ihn von Kingdoms of Middle-earth wegbrachten: Der Entwickler, Kabam, wurde von einem chinesischen Unternehmen aufgekauft und die Ratten verließen das sinkende Schiff. Am Ende sah auch er keinen Grund mehr, weiter in das Spiel zu investieren. Statt in Mobile Games gab er sein Geld nun in PC-Spielen wie Smite und Counter-Strike: Global Offensive aus. In den vergangenen zwei Jahren habe er über 10.000 Dollar nur für Mikrotransaktionen ausgegeben.

Erst nachdem ihm seine Mutter half, therapeutische Hilfe zu finden und anzunehmen, konnte er seine Situation rational begreifen und etwas dagegen unternehmen. Heute, so Kensgold, meide er Spiele mit Mikrotransaktionen und Lootboxen. Er kritisiere auch weder die Unternehmen, noch das Geschäftsprinzip an sich. Er sei sich vollkommen klar darüber, dass es im Grunde jeder in der eigenen Hand habe, ob und wieviel Geld man ausgibt. Doch die Verlockung ist gerade heute zu groß, die Hürden etwa für die Bezahlung dagegen klein. Kensgold wolle nur erreichen, dass die Entwickler sich der potenziellen Gefahr gerade für junge Menschen im Klaren sind, die mit solchen Praktiken einhergehen. Spiele wie Overwatch und Star Wars Battlefront 2 sind schließlich bereits ab 16 freigegeben. "Es gibt keine Gesetze, die unsere Jüngsten schützen", so Kensgold. "Sagt Nein zu unregulierten Mikrotransaktionen. Es ist nicht nur ein einmaliger Kauf. Das ist es nie!"

Was ist mit euch? Wieviel Geld habt ihr schon für in-Game-Käufe ausgegeben?