Metacritic ist DIE Anlaufstelle, wenn man erfahren möchte, welchen Durchschnittswert ein Spiel weltweit in der Bewertung erhalten hat. Metacritic ist inzwischen sogar so einflussreich, dass Entwickler auf den Bewertungen basierend Boni für ihre Arbeit erhalten oder gar ihren Job verlieren können. BioShock-Entwickler Irrational Games macht sogar die Einstellung neuer Mitarbeiter davon abhängig.

Aktuelles - Metacritic: Es ist nicht alles Gold, was glänzt

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Es kommt nicht selten vor, da erhalten Entwickler gewisse Auflagen, die sie erfüllen müssen: etwa ein Spiel mit einer Wertung von mindestens 80 Prozent zu entwickeln. Als Quelle für die Durchschnittsbewertung wird natürlich Metacritic herangezogen. Und auch auf manchen Spielecovern und in Pressemitteilungen ist die Plattform zu finden, um die positive Durchschnittswertung zu unterstreichen.

Aber bei Metacritic scheint nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen, wie Gamasutra berichtet. Mehrere Monate haben Adams Greenwood-Ericksen von der Full Sail University und einige seiner Studenten das Ganze analysiert. Dass die Magazine und deren Bewertungen unterschiedlich gewichtet werden, ist kein Geheimnis - ein Geheimnis bleibt aber, welche wie gewichtet werden und wieso das so ist.

Die Forscher fanden heraus, dass die Magazine in insgesamt sechs Stufen eingeteilt werden: von Lowest (0.25) bis Highest (1.5). Unter den höherstufigen Magazinen (Hightest) befinden sich IGN, Wired, Game Informer und Co.. Auf gleicher Stufe befinden sich aber auch Medien, von denen anscheinend kaum jemand gehört hat bzw. die vergleichsweise klein sind und kaum bis wenig Einfluss haben.

Hinzu kommt, dass Größen wie EDGE geringer eingestuft werden als Yahoo Games sowie die kleineren Magazine. Niedrig gewichtet werden zum Beispiel Giant Bomb, Eurogamer Portugal und VideoGamer, während sich im Mittelfeld (bzw. neutral) Joystiq, die Eurogamer-Mutterseite, Official Xbox Magazine und The Escapist befinden.

Doch wieso werden namhafte Magazine, wie etwa die EDGE oder auch Eurogamer, geringer als unbekannte und kaum oder weniger einflussreiche Magazine gewichtet? Das weiß niemand so genau, hier kann man dann nur spekulieren.

Durch die Gewichtung wird der Metascore beeinflusst. Würde man wirklich alle Bewertungen zusammenzählen und daraus den Durchschnitt ermitteln, käme ein ganz anderer Wert heraus, als auf Metacritic angegeben. Somit zählt Metacritic im Grunde die höhergewichteten Magazine mehrfach statt nur einmal.

Darüber hinaus wird auch kritisiert, dass etwa Wertungssysteme wie 5 Punkte oder 10 Punkte bzw. das klassische Schulnotensystem an die 100er-Skala angepasst werden. Dass das nicht so richtig funktioniert, dürfte klar sein.

Gerade im Hinblick darauf, dass teilweise ganze Jobs von Metacritic abhängig sind und in der Vergangenheit Entwickler entlassen wurden, nur weil das Spiel nicht die erforderlichen Auflagen (Metacritic-Durchschnittsbewertung) erfüllte, müssen hier die noch offenen Fragen beantwortet werden.

Metacritic hat dazu bereits Stellung bezogen und betrachtet die Forschungsergebnisse natürlich äußerst kritisch. Es würde keine sechs Gewichtungen geben, während die Unterschiede zwischen den vorhandenen Gewichtungen deutlich geringer seien, als die Forscher angeben.

Die Gewichtungen, auf die Metacritic setze, hätten einen geringeren Einfluss auf die Berechnung des Durchschnittswertes. Wie es zudem heißt, nehme man regelmäßig Anpassungen an den Gewichtungen vor, je nachdem, wie die Qualität der Magazine sei bzw. wie diese sich verändere.