Während die US-Behörden noch rätseln, wie es zu dem Amoklauf vergangenen Freitag an einer US-Grundschule kommen konnte, steht für internationale Medien der Grund und vor allem der eigentliche Täter bereits fest: Videospiele.

Den Anfang nahm kurz nach der Tat ein Facebook-Shitstorm auf der offiziellen 'Mass Effect'-Seite, wo über BioWares Sci-Fi-Rollenspiel-Reihe hergefallen wurde, weil der 20-jährige Amokläufer angeblich Mass Effect gespielt haben sollte. Wie sich später aber herausstellte, waren die Berichte falsch.

Vor allem die kontroverse Zeitung The Sun ist es, die das Thema Videospiele in den Raum wirft und völlig wilde Behauptungen aufstellt - natürlich mit knapp Zweidrittel Platz auf der Titelseite. Demnach soll der Täter völlig besessen von Call of Duty gewesen sein.

Selbst in den deutschen Medien ist inzwischen von Videospielen und Besessenheit die Rede - perfektes Thema für jene also, um mal wieder Gebrauch von dem Wort "Killerspiele" machen zu können, wie beispielsweise die Bild.

Die Bild stützt sich auf den Bericht der Sun und schreibt unter dem Slogan "Waffenposter, Killerspiele, Computer vor der Tat zertrümmert" über Call of Duty: "Dabei erschießen Soldaten Dutzende Gegner mit Waffen ähnlich denen, die Lanza jetzt benutzte."

Nicht Mass Effect, nicht Call of Duty, sondern Dynasty Warriors sei laut einem Bericht der britischen Zeitung Express der Auslöser für die Tat gewesen. Das Blatt The Independent schreibt sogar, der Täter habe in seinem Kopf nur Videospiele gehabt, in denen sich alles um das Töten und den Krieg drehte. Auch hier spekuliert man, dass ihn die Spiele möglicherweise angestiftet haben könnten.

Und so bewegt sich das Thema weiter durch die internationalen Medien, ohne dabei aber wirklich Beweise in der Hand zu halten. Seine Festplatte nämlich zerstörte er.