Die Hackergruppe LulzSec, die in der letzten Zeit damit Schlagzeilen gemacht hat, wirklich alle Internetdienste anzugreifen, die nicht niet- und nagelfest waren, hat soeben angekündigt, dass sie sich zurückzieht. Während der letzten 50 Tage wurden verschieden Websites der Spieleindustrie, Foren, Banken und sogar Server des CIA angegriffen. Nun soll angeblich Schluss sein.

Während die Hacker von einer größeren Fangemeinde bejubelt wurden und Sicherheitsunternehmen sowie Betroffene die Aktionen von LulzSec als „virtuellen Amoklauf“ betrachteten, richtete die Gruppe einiges an Schaden an. Da es sich zumeist um virtuelle Güter, Zugangsdaten und Protokolle handelt, ist der meiste Schaden eher immaterieller Natur. So wurden unter anderem die Zugangsdaten des amerikanischen Pornoanbieters pron.com veröffentlicht, unter denen sich auch diejenigen von ein paar amerikanischen Politikern befanden.

Nun postet die Hackergruppe ihren Abschied - und hofft dabei, dass ihre Taten Nachahmer finden und die Idee weiterlebt:

„Freunde überall auf der Welt,

wir sind Lulz Security und dies ist unsere letzte Veröffentlichung, da der heutige Tag für uns sehr bedeutungsvoll ist. Vor 50 Tagen setzten wir mit unserem freundlichen Schiff die Segel auf einem unruhigen und brutalen Ozean: dem Internet. Die Hassmaschine, die Liebesmaschine, die Maschine, angetrieben von vielen Maschinen. Wir alle sind Teil davon, helfen ihm zu wachsen und helfen ihm, mit uns erwachsen zu werden.

Während der letzten 50 Tage haben wir Firmen, Regierungen und oft auch die allgemeine Bevölkerung und so ziemlich alles dazwischen gestört und bloßgestellt, einfach nur, weil wir es konnten. Alles, um ganz selbstlos andere zu unterhalten - Eitelkeit, Ruhm, Aufmerksamkeit, all diese Dinge wurden von unserem Verlangen nach dem, was wir alle lieben überschattet. Dem rohen, ununterbrochenen, chaotischen Nervenkitzel von Unterhaltung und Anarchie. Das ist, was wir alle begehren, sogar der scheinbar leblose Politiker und die emotionslosen selbst ernannten Fehler mittleren Alters. Ihr seid keine Fehler. Ihr wurde nicht weggeblasen. Ihr könnt bekommen was ihr wollt und ihr seit wert es zu haben, glaubt an euch selbst.

Während wir für alles verantwortlich sind, was das Lulz Boat ist, so sind wir doch nicht permanent an diese Identität gebunden. Hinter diesem fröhlichen Antlitz aus Regenbögen und Zylindern, sind wir Menschen. Menschen mit einer Vorliebe für Musik, und Nahrung; wir haben verschiedene Geschmäcker was den Kleidungsstil und unsere Fernsehsendungen angeht, wir sind genau wie ihr. Sogar Hitler und Osama Bin Laden hatten diese einzigartigen Unterschiede und Stile, ist das nicht interessant zu wissen? Der untertalentierte Maler, der zum Superbösewicht wurde, mochte Katzen viel mehr als wir.

Und noch mal, hinter der Maske, hinter dem Wahnsinn und dem Chaos, glauben wir wirklich an die AntiSec-Bewegung. Wir glauben so fest daran, dass wir sie zurückgebracht haben, sehr zum Leidwesen derer, die nach mehr anarchischen Lacher suchten. Wir hoffen, wir wünsche, ja betteln sogar darum, dass diese Bewegung sich selbst in einer Revolution manifestiert, die auch ohne uns fortgesetzt werden kann. Die Unterstützung, die wir in einem so kurzen Zeitraum dafür bekommen haben, ist wirklich überwältigend und geradezu demütigend. Bitte hört nicht auf. Zusammen, vereint, können wir unser aller Unterdrücker zertrampeln und von der Macht und der Freiheit durchdrungen werden, die wir verdienen.

Nun ist es an der Zeit euch, mit diesen letzten Gedanken, eine gute Reise zu wünschen. Unsere geplante, fünfzigtägige Kreuzfahrt ist beendet und wir müssen nun in die Ferne segeln. Wir lassen - so hoffen wir - Inspiration, Angst, Verleugnung, Glück, Zustimmung, Ablehnung, Spott, Verlegenheit, Eifersucht, Hasse und sogar Liebe zurück. Wenn überhaupt, dann hoffen wir, dass wir eine mikroskopisch kleine Auswirkung auf irgendjemanden hatten. Irgendwo. Überall.

Danke, dass ihr mit uns gesegelt seid. Die Briese ist frisch und die Sonne geht auf, nun setzen wir Kurs auf den Horizont.

Last es fließen...

Lulz Security - die Sechsmann-Crew wünscht euch ein fröhliches Jahr 2011 und ein Dankeschön an alle Mitglieder unserer Kampfflotte und Unterstützer überall auf der Welt.“

Ob damit nun die Angriffe auf Online-Dienste und Server der Spieleindustrie beendet sind, ist allerdings unklar. Möglicherweise kamen die Behörden der Hackergruppe auch nur zu nah auf die Spur, sodass sie sich selbst aus dem Verkehr zieht, bevor sie ernsthaft in Schwierigkeiten kommen. Hier hilft dann nur: Abwarten was die Zukunft bringen mag.