Die belgische Glücksspiel-Kommission hat angekündigt, die Lootbox-Situation in Spielen wie Blizzards Overwatch und EAs Star Wars Battlefront 2 ins Auge zu fassen. Den Spielen wird vorgeworfen, Glücksspielmechaniken zu verwenden.

Aktuelles - Lootboxen: Belgische Kommission ermittelt gegen Overwatch und Battlefront 2

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Glücksspiel nennt sich neuerdings Games as a service
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Um illegale Glücksspiele in Belgien einzudämmen, wurde das belgische Glücksspielgesetz am 7. Mai 1999 eingeführt sowie die Glücksspiel-Kommission ins Leben gerufen, die Genehmigungen erteilt und als Kontrollorgan auftritt. Dabei gilt: "Niemand darf ohne eine im Voraus von der Kommission für Glücksspiele erteilte Lizenz ein Glücksspiel betreiben. Ebenso darf niemand an einem illegalen Glücksspiel teilnehmen, den Betrieb eines illegalen Glücksspiels erleichtern oder für ein illegales Glücksspiel Werbung machen", wie es von Seiten der Kommission heißt. Zuwiderhandlungen können mit Geldstrafen in bis zu sechsstelliger Eurohöhe bestraft werden.

Momentan ermittelt die Glücksspiel-Kommission gegen einen möglichen Verstoß bei EAs morgen erscheinendem Star Wars Battlefront 2 sowie bei Blizzards Overwatch. "Wenn die Wahrscheinlichkeit, in einem Spiel zu siegen, auf Zufall basiert - und in diesem spezifischen Fall auf Lootboxen - wird die Kommission das Prozedere als Glücksspiel betrachten", so Peter Naessens, Leiter der Kommission. "Und wenn es sich um Glücksspiel handelt, braucht es eine Genehmigung durch die Glücksspiel-Kommission."

EAs Battlefront 2 könnte unter Umständen glimpflich davonkommen, doch Overwatch ist schon eine geraume Zeit auf dem Markt. Sollte die Kommission die Lootboxen in Blizzards Multiplayer-Shooter als Glücksspiel abstempeln, dürfte das eine empfindliche Strafe mit sich ziehen. Es sei denn, die Kommission teilt die Meinung von Blizzards CEO Mike Morhaime, wonach das Spiel "nicht Teil der Kontroverse um Lootboxen" darstellt.

In Deutschland gilt als Glücksspiel "ein Spiel, bei dem das Glück (und nicht das Können) der Spieler über den Ausgang des Spiels entscheidet" bzw. "ein Spiel dessen Ausgang ausschließlich bzw. vorwiegend vom Zufall abhängt und das eigenen Können und Wissen kaum einen Einfluss darauf hat."

Situation in China

In China hat das verschärfte Anti-Glücksspielgesetz Blizzard bereits Mitte des Jahres zum Handeln gezwungen. Die neuen Regularien in China zwingen die Anbieter zur Transparenz. Denn ohne die Wahrscheinlichkeit zu kennen, wie oft man welche Gegenstände in den Lootboxen erhält, handele es sich nach chinesischer Gesetzgebung eindeutig um Glücksspiel. Nun kauft man in der chinesischen Version von Overwatch nicht mehr direkt Lootboxen, sondern In-Game-Währung zum Erstellen von Items. Lootboxen sind dann nur noch eine Art "Bonusbeigabe" als Dankeschön für den Kauf.

Was meint ihr? Sollten die Entwickler und Publisher endlich mal einen Rüffel bekommen oder wird das Ganze zu sehr hochgeschaukelt und ihr kauft eigentlich sehr gerne Lootboxen als Möglichkeit, euch individuell auszustatten? Lasst es uns wissen!