Die schweizer Kunstgruppe GameArt macht mit einer besonderen Version des Kultspiels Pong auf Diskriminierung aufmerksam. Ein Projekt, dass man sich durchaus näher anschauen sollte.

Pong gehört zu den ältesten Spielen der Welt. Tatsächlich war sogar das erste Videospiel überhaupt eine Art Tennis, bei dem man allerdings den Platz von der Seite sah. Gespielt wurde damals noch mit einem Oszilloskop, welches Spannungsunterschiede messen konnte, die von den Spielern mit Drehreglern eingestellt wurden. Der Ball wurde durch die Welle symbolisiert, die von einer Seite des Oszilloskops zur anderen waberte.

Eine ganze Weile später entstand dann Pong. Zunächst an Arcadeautomaten, später dann auf den ersten Konsolen. Heutzutage kennt es fast jeder.

Ein weiteres Problem, dass fast jeder kennt, ist Diskriminierung - in ihrem moralisch aufgeladenen Sinn. Gemeint ist das Bevorzugen einer Gruppe von Menschen, bzw. das Erschweren oder sogar Unmöglichmachen von Handlungen aller Art. Sei es nun Diskriminierung am Arbeitsplatz, in der Schule oder sogar in Computerspielen.

Die GameArt-Gruppe hat hier eine Version von Pong programmiert, die den Spieler die Effekte der Diskriminierung selbst erleben lassen. Es gibt einen weißen und einen „weniger weißen“ Schläger. Der „weniger weiße“ wird in jedem Level auf verschiedene Arten und Weisen benachteiligt. Er kann deutlich kleiner sein, als der weiße Schläger, deutlich langsamer, größer aber unkontrollierbar, wird dunkler, sodass er kaum noch sichtbar ist oder der Ball geht schlicht durch ihn hindurch. Der weiße Schläger hat dagegen die Möglichkeit, größer und schneller zu werden - oder der Ball kommt nie an der anderen Seite der Wand an, sodass es ganz unmöglich ist, dass er ins Aus geht.

Der „weniger weiße“ Schläger kann allerdings durchaus auch seine Nachteile kompensieren, in dem er teure Ingame-Erweiterungen kauft. Damit möchte die GameArt-Gruppe darauf aufmerksam machen, dass Diskriminierung nicht nur in der „realen Welt“ stattfindet, sondern dass viele Spielehersteller es ihren Spielern ermöglichen, durch den Einsatz von echtem Geld virtuelle Gegenstände zu kaufen, die ihnen einen Spielvorteil verschaffen. Das ist entsprechend unfair gegenüber Spielern, die nicht das Geld oder die Möglichkeit haben, Geld einzusetzen.

Discrimination Pong ist für PC und Mac erhältlich. Eine iPhone-Version und eine Version für den Nintendo DS sind in Planung.