Nachdem wir erst vor wenigen Tagen von der ersten Verurteilung im Fall Kino.to berichteten, sprach das Amtsgericht Leipzig den zweiten ehemaligen Mitarbeiter der illegalen Streaming-Seite schuldig.

Dabei handelt es sich um den ehemaligen Kino.to-Admin Martin S., welcher für gemeinschaftlichen für die gewerbsmäßige Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke in mehr als 1,1 Millionen Fällen für schuldig gesprochen wurde. Der 27-Jährige muss für insgesamt drei Jahre ins Gefängnis.

Laut Berufung auf Prozessunterlagen teilte die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) mit, dass er einen Filehoster betrieben habe, auf dem illegale Kopien für das Streaming und den Download gelagert wurden. Außerdem soll er das Forum von Kino.to betreut und 400.000 Euro Umsatz gemacht haben. Die Werbeeinnahmen sollen überwiegend aus Werbung für Abofallen stammen.

Der Administrator allerdings ist nicht der Kopf hinter Kino.to, sondern dessen Schwager, dessen Prozess noch aussteht. Dieser dürfte eine höhere Strafe bekommen, immerhin nahm er mehrere Millionen mit dem Portal ein. Staatsanwalt Dietmar Bluhm legte ihm und zwei weiteren angeklagten Personen die "denkbar schwerste Urheberrechtsverletzung in der deutschen Geschichte" zur Last.

In dem Verfahren gibt es nach Angaben der sächsischen Generalstaatsanwaltschaft mehr als 20 Beschuldigte.