Der Kriminologe Christian Pfeiffer sorgte in den Medien für allerlei Aufsehen, darunter ebenso bei der Debatte um Videospiele bzw. sogenannte "Killerspiele". Nun tritt er ab und verlässt nach fast 30 Jahren sein Institut in Hannover, um nach New York zu gehen und dort zu forschen.

Ganz aufhören wird er aber wahrscheinlich nicht, denn nur bis Herbst will er seine Zeit in Amerika verbringen, während er seinen Schreibtisch weiter in Hannover behält. Seine Mission in den USA: eine gewaltfreie Erziehung, befürworten doch dort nach wie vor 70 Prozent der Menschen die Prügelstrafe.

Nun aber zurück in die Vergangenheit: wenn es um Kritik an Videospielen bzw. Medienkonsum und Gewalt ging, dann war Christian Pfeiffer ganz vorne mit dabei. Als "Deutschlands lautester Killerspiel-Kritiker" bezeichnete der Spiegel Pfeiffer einmal.

Vor einigen Jahren sagte er in einem Interview mit Spiegel Online: "Man wird nicht Amokläufer, weil man ein brutales Computerspiel gespielt hat. So jemand hat im realen Leben solchen Hass auf bestimmte Menschengruppen entwickelt, die er für das eigene Scheitern verantwortlich macht, dass dann irgendwann ein "Tag der Rache" kommt."

Auf der anderen Seite würden Forscher zweifelsfrei aufzeigen können, dass der Konsum von gewalthaltigen Spielen bei Gefährdeten das Risiko erhöhe, tatsächlich gewalttätig werden zu können. Es führe zu einem Empathieverlust, es desensibilisiere und es gebe einen eindeutigen Verstärkungseffekt.

Außerdem meinte er, dass man generell Onlinespiele wie World of Warcraft erst ab 18 Jahren zugänglich machen sollte - zumindest innerhalb der ersten zwölf Monate nach deren Markteinführung. Dass das MMO schon ab 12 Jahren freigegeben ist, hielt er für unsinnig.

Abseits des Risikos, durch gewalthaltige Spiele ebenso gewaltbereit werden zu können, äußerte Pfeiffer, dass je brutaler die Spiele ausfallen und je häufiger man diese konsumiere, desto schlechter auch die Noten in der Schule werden.

So oder so, Pfeiffer musste in den ganzen Jahren auch viel Kritik einstecken. Vor einigen Jahren warfen ihm die USK und deutsche Spieleentwickler Eigennutz vor. Beispielsweise wurde ihm vorgeworfen, es auf die finanziellen Mittel und Aufgaben der USK abgesehen zu haben.