Auch nach über einem Jahr der Insolvenz von JoWooD kommen immer finstere Details ans Tageslicht. Das österreichische Nachrichtenmagazin Profil berichtet, dass sich der Verdacht auf illegale Insidergeschäfte gegen den ehemaligen Aufsichtsratschef Michael Sares erhärtet hat.

Aktuelles - JoWooD-Pleite: Verdacht auf illegale Insidergeschäfte erhärtet sich

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Die Reste von JoWooD wurden von Nordic Games übernommen.
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Das geht aus einem 190-Seiten umfassenden Bericht der Finanzmarktaufsicht (FMA) an die Staatsanwaltschaft hervor. Dabei soll Sares als Aufsichtsratsvorsitzender früh von der bedrohlichen Lage von JoWooD erfahren haben - und das noch vor den Anlegern.

Allerdings verwaltete er gleichzeitig in der Sares Investment AG mehrere Fonds, von denen einige in die Aktien JoWooD Entertainment AG investiert waren. Und das soll in einer nicht gerade unerheblichen Größenordnung der Fall gewesen sein.

Zwei Monate bevor JoWooD das Insolvenzgericht bemühte, begann bereits der Ausverkauf. Die Saris Investment AG soll "schlagartig" große Mengen an JoWooD-Aktien angeboten haben, die bis Jahresende fast alle verkauft wurden.

Die Finanzmarktaufsicht ist letztendlich der Ansicht, dass Michael Sares als Primärinsider gegen das Insiderhandelsverbot verstoßen habe.

"Es besteht der Verdacht, dass Herr Sares Informationen über die insolvenzgefährdete JoWooD Entertainment AG missbräuchlich an seine Portfoliomanager (…) weitergegeben hat, damit diese die Verkaufstransaktionen (…) durchführen", wird aus dem Bericht an die Staatsanwaltschaft zitiert.

Sares bestritt gegenüber Profil die Vorwürfe, in Kenntnis der prekären Situation den Ausstieg angeordnet zu haben.

"Grundsätzlich versuche ich meinen Portfoliomanagern die größtmögliche Freiheit zu geben. Vor allem wenn ich ein Amt in einem Unternehmen innehabe, wo in den Fonds der Sares Invest Aktien­titel gehalten werden. Gerade dann habe ich mich einfach gar nicht eingemischt. Ich habe den Portfoliomanagern keine Anweisungen gegeben, die JoWooD zu verkaufen. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir die Aktien behalten. Ich habe an eine positive Zukunft von JoWooD geglaubt“, so Sares.