John Carmack. Wie ein Donner hallt sein Name durch die Szene, wenn es um First-Person-Shooter geht. Wolfenstein, Doom, Quake. Alles Spiele, die auf seine Kappe gehen und maßgeblich das Genre definierten. Vor allem in Sachen Gewalt. Doch Carmack distanziert sich in einem Interview von der heutigen Gewalt in Spielen.

Obwohl sein Name immer im Zusammenhang mit den kultigen First-Person-Shootern Wolfenstein, Doom und Quake in Verbindung gebracht wird und er quasi als Urvater dieser Spiele und des gesamten FPS-Genres angesehen wird, teilt er mit, dass es unfair sei, dass ihm alle Credits zukämen, während es doch die Designer und Artists waren, die für den Look der Spiele verantwortlich waren. Er selbst sei mehr die treibende Kraft im Technischen gewesen.

Obwohl seine Spiele gerne als die Väter dieses Genres angesehen werden, distanziert sich Carmack von der immer brutaleren, blutigeren und realistischeren Welt heutiger Shooter.

"Ich hatte immer das Gefühl, dass wir einen hohen moralischen Standpunkt vertraten, es gab keine moralische Zwiespältigkeit, als wir nur Dämonen und Zombies abknallten", so Carmack. "Ich hatte etwas Bedenken, als ich Grand Theft Auto sah, ich meine, ich würde niemals verlangen, dass es den Leuten verweigert werden sollte, aber es war auch nichts, bei dem ich mich besonders wohlgefühlt habe. Rage - wir hatten Menschen darin, was ziemlich schräg war. Aber ich mochte es mehr, als wir nichts als Dämonen und Zombies abknallten."

Er sei mittlerweile selbst Vater und habe zwei Söhne, was sich auch auf sein heutiges Verhältnis zu den Spieleklassikern auswirke. "Ich wünschte, die Spiele, die ich gemacht habe, wären mehr solche Spiele, die ich mit meinen Söhnen teilen könnte. Ich habe oft gedacht, dass es toll wäre, etwas zu machen, das familienfreundlicher ist, etwas wie ein weiteres Commander Keen, aber so was ist niemals leicht zu machen."

Dennoch sehe er nicht schwarz für die heutige Spielindustrie. Es gebe eine Menge Spiele, die voller Ideen und Kreativität seien. So spiele sein älterer Sohne Minecraft. "Ich habe noch immer die Hoffnung, dass es auch positive Aspekte in Spielen geben kann. Das wird niemals der zentrale Fokus sein, aber die Spiele sind nun mal da, um Spaß zu machen."

Auf die Frage, was die Zukunft bringe, antwortet Carmack, dass seine Rolle auf der technischen Seite verweilen werde. Seine Design-Fähigkeiten seien bereits vor "mehr als einer Dekade erschöpft worden", sagt er: "Jenseits von Quake 3 habe ich nichts zum Bereich Design mitzuteilen."