Gewalt war lange Zeit eine der treibenden Kräfte im Spielebereich. Doch ist sie das auch heute noch? Oder ist die Zeit der Gewalt in Spielen vorbei? Diese Meinung vertritt zumindest Civilization-Erschaffer und Design-Legende Sid Meier.

Aktuelles - Ist die Zeit der Gewalt in Videospielen vorbei?

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Sid Meier auf der Firaxicon (Bild von facebook.com/civ)
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Auf der allerersten Firaxicon, einer Convention für Titel aus dem Portfolio der Spieleschmiede Firaxis sprach Firmengründer Sid Meier über seine eigene Karriere und den Möglichkeiten, die sich heutigen Spiele-Designern bieten.

Dabei kam er auch zum Thema Gewalt in Spielen zu sprechen. Laut Meier gab es tatsächlich mal eine Zeit, in der Spiele-Designer versuchten, mit möglichst hoher Gewalt einander zu überbieten, und die Aufmerksamkeit auf ihr Spiel zu lenken. Man kann sich vorstellen, von welchen Spielen Meier spricht. Da wären die beliebten First-Person-Shooter, die mit Doom ihren Einzug in die Kinderzimmer fanden, und natürlich auch Midways Mortal Kombat, das sich gegenüber dem spielerisch überlegeneren Street Fighter II mit hoher Gewalt behauptete.

"Ich bin ganz sicher nicht für jegliche Art der Zensur", so Meier. "Wir sind Künstler, wir sind kreativ, und wir sollten in der Lage sein, zu tun, was wir wollen. Andererseits ist es schwer zu sagen, dass unsere Spiele immersiv sind und die Leute fesseln, ihnen erlauben, teilzunehmen und sie in den Mittelpunkt zu rücken, ohne dass sie einen Eindruck hinterlassen, oder sie beeinflussen. Also müssen wir die Regeln befolgen."

So haben seine Spiele niemals die Gewalt glorifiziert. Spieler seien intelligent und erwachsen, sie können durchaus zwischen Fiktion und Realität unterscheiden, dennoch sei es die Aufgabe eines Designers, ein positives Klima zu erschaffen.

"Ich denke, dass wir schon weit gekommen sind. Es gab mal eine Zeit, in der den Spielern die Wirbelsäulen herausgerissen wurden. Und wir müssen das nicht mehr länger tun. Ich denke, wir haben bereits die Aufmerksamkeit der Leute. Nun können wir gute Spiele machen."

Ob Meier damit andeuten will, dass gewalthaltige Spiele keine guten Spiele seien? Oder dass Gewalt nicht mehr länger als Kriterium für den Spielspaß angesehen werden muss?

Als Schlüssel zu seinem eigenen Erfolg sehe er seine Fähigkeit, Spiele analytisch zu betrachten. Man dürfe als Spiele-Designer nicht verbohrt sein. Wenn man Ideen einbaut, die nicht funktionieren, muss man einsehen können, dass es besser ist, sie wieder herauszunehmen. Dennoch sei es wichtig, die Spiele in erster Linie für sich selbst zu entwickeln.

Misserfolg sehe er selbst nicht einmal als Problem. Dadurch könne man immer gut lernen. Und im Gegensatz zu den "guten alten 80er und 90er Jahre" gebe es heute dank der Mobilsparte iOS und Android sogar mehr Möglichkeiten für Nachwuchs-Designer, ins Geschäft einzusteigen.

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