Im vergangenen Jahr hat der Deutsche Computerspielpreis massiv an Glaubwürdigkeit verloren, als man sich in der Kategorie "Bestes Internationales Spiel" aufgrund der Gewaltdarstellung auf keinen der nominierten Titel, darunter Dragon Age: Origins und Uncharted 2, einigen konnten (wir berichteten). Schließlich gewann auch noch Anno 1404 (bzw. die englische Version "Dawn of Discovery") vom deutschen Entwickler Related Designs.

Um in diesem Jahr einer ähnlich peinliche Situation vorzubeugen, verzichtet man ganz einfach komplett auf diese Kategorie. Stattdessen gibt es eine Kooperation mit den LARA-Awards, die im Gegensatz zum Computerspielpreis allerdings keine Initiative des Deutschen Bundestags ist. "LARA - Der Deutsche Games Award" wird vom Verlag G+J Entertainment Media veranstaltet.

In einer Pressemitteilung heißt es: "Durch diese Verbindung der beiden größten Award-Veranstaltungen soll die öffentliche Wahrnehmung der beiden Preise verstärkt werden. Zugleich bietet sie die Möglichkeit, die unterschiedlichen Profile der beiden Preise zu schärfen."

In drei Kategorien werden die internationalen Werke nun ausgezeichnet: "Bestes internationales Konsolenspiel", "Bestes internationales Computerspiel" und "Bestes internationales mobiles Spiel".

Die Verleihung der beiden Preise findet am 30. März im Haus der Kunst in München statt.

Doch spätestens nächstes Jahr wird es wieder Diskussionen geben, denn mit Crysis 2 erscheint 2011 ein hochkarätiger Titel des deutschen Entwicklers CryTek – ein Ego-Shooter ohne Jugendfreigabe (ab 18). Mit den Werten des Deutschen Computerspielpreis passt das natürlich nicht überein, denn "im Vordergrund steht die Förderung innovativer, kulturell und pädagogisch wertvoller Computerspiele."