Instant-Karma würden manche jetzt sagen. Der aus Ontario in Kanada stammende Indie-Spiele-Entwickler David S. Gallant, der tagsüber in einem Callcenter gearbeitet hat, entwickelte aus Frust über den Job, dessen er überdrüssig war, ein Spiel, was ihn eben schlussendlich diesen Job gekostet hat.

Aktuelles - Indie-Spiele-Entwickler gefeuert, weil er ein Spiel über seinen Job gemacht hat

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Es sei zwar noch nicht klar, ob David S. Gallant seinen Job aufgrund seines Spieles und den darin genannten Problemen von Callcenter-Agenten verloren hat oder ob andere Gründe für die Kündigung in Frage kämen, aber er sei momentan auch nicht gewillt, darüber Auskunft zu geben. So twitterte er, "Bitte habt Verständnis dafür, dass ich nach dem nächsten Tweet weder weitere Kommentare zur heutigen Situation verfassen kann noch will."

Später fügte er noch hinzu, "Ich kann noch immer in Probleme geraten, wenn ich die falschen Dinge über meinen ehemaligen Arbeitgeber sage oder man den Eindruck gewinnt, dass ich sowas gesagt haben könnte."

In dem Spiel I Get This Call Every Day, das er als "persönliche Geschichte unbezwingbarer Wirklichkeiten" beschreibt, erlebt man als Spieler den Alltag eines Callcenter-Agenten, der sich mit dummen Kunden herumschlagen muss. Es demonstriert auf eine satirische Weise, wie herabwürdigend unmenschlich diese Tätigkeit ist und vor allem auch, wie schnell man seinen Job los sein kann, wenn man sich nicht strikt an die gegebenen Protokolle hält.

Umso ironischer ist nun die Kündigung, die David S. Gallant kurz nach Veröffentlichung seines Spieles ereilte. Vor allem in der Hinsicht, dass er seinen ehemaligen Arbeitgeber weder direkt noch indirekt im Spiel nennt.

Zwar sei er unglücklich mit seinem Job im Callcenter gewesen und wünschte sich mehr Zeit, um als Spieleentwickler tätig sein zu können, doch müsse er sich trotzdem um seine Miete kümmern. "Ich weiß, dass alle sagen, ich könnte mich doch nun aufs Kreieren konzentrieren, was ich auch machen werde, aber Fakt ist, ich muss mich auch darum kümmern, meine Miete zu bezahlen."

Doch in Zeiten von Twitter und Social Networks, hat sich die Nachricht vom unglücklichen Indie-Spiele-Entwickler wie ein Lauffeuer verbreitet und eine Welle der Solidarität entfacht, die selbst David S. Gallant überraschte. Dadurch seien die Verkäufe von I Get This Call Every Day kräftig angekurbelt worden. So twitterte er, "Ich habe keine genauen Zahlen, aber die Verkaufszahlen von I Get This Call Every Day sind noch immer unglaublich stark. Vielen Dank euch allen!"

Wer sich das Spiel genauer ansehen möchte, kann es auf seiner Homepage tun. David S. Gallant verkauft es als 'Bezahl was du willst'-Modell mit einem Mindestpreis von 2 Dollar.

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