Der Vortrag von David Cage auf dem diesjährigen D.I.C.E. Summit handelte davon, dass die Spieleindustrie sich wandeln muss, um mit der sich schnell wandelnden Umgebung und dem sich ständig verändernden Wettbewerb Schritt halten zu können. So gab er neun Punkte vor, die es dabei zu beachten gilt.

Laut David Cage krankt die Spieleindustrie am sich ständig wiederholenden Spielprinzip. Der Spieleentwickler, der mit Heavy Rain für Aufmerksamkeit sorgen konnte und dessen Studio Quantic Dream mit Beyond: Two Souls bereits die nächste Kreativperle in petto hat, vergleicht die Top-30 der meistverkauften Spiele aller Zeiten mit dem Peter-Pan-Syndrom.

"Das Peter-Pan-Syndrom beschreibt eine Person, die sozial unreif ist und sich vor der Vorstellung fürchtet, ein Erwachsener zu werden. Sie verweigert es, erwachsen zu werden."

So befänden sich in der Top-30-Liste rund 21 Spiele von Nintendo, beispielsweise Super Mario Bros., und die Mehrheit der Spiele richte sich an Kinder. Auch Call of Duty- und Grand-Theft-Auto-Spiele befänden sich in der Liste. Einziges Casual-Spiel sei ein Kinect-Abenteuerspiel. Es ergebe sich ein Bild von kindergerechten, Casual- und gewalttätigen Spielen.

David Cage nennt das 1992er Wolfenstein 3D und das 2012er Call of Duty: Black Ops 2 als Beispiel für grafische Evolution, die mit einem sich ständig wiederholenden Muster daherkommt und damit seit Jahren festgefahren sei.

Damit sich die Spieleindustrie weiterentwickeln könne, empfiehlt David Cage die Einhaltung folgender Punkte:

  1. Entwickle Spiele für eine breitere Masse.
  2. Ändere das Muster. Denn "man kann nicht die ganze Zeit dieselben Spiele machen. Gewalt und Plattformer sind nicht die einzigen Wege. Wir müssen das als Industrie entscheiden. Wenn der Hauptcharakter keine Waffe halten kann, wissen Designer nicht, was sie tun sollen. Wie spiele ich?"
  3. Bedenkt den Stellenwert der Bedeutung. Auch echte Themen wie Homosexualität und Politik sollten behandelt werden. Dies würde einen bleibenden Eindruck hinterlassen, der auch lange nach dem Spiel noch nachwirke.
  4. Seid zugänglich. "Lasst uns die Gedanken und nicht die Daumen fokussieren. Wen interessiert es, ob man die Finger bewegen kann? Die Reise und nicht der Wettbewerb ist entscheidend."
  5. Bringt andere Talente an Bord. Wie Filmemacher.
  6. Etabliert neue Beziehungen mit Hollywood. Spiele sollten nicht einfach nur lizenzierte Produkte sein.
  7. Die Beziehung zur Zensur ändern. Gewalt und Sex im Kontext seien in Ordnung. Was nicht in Ordnung sei, wären Spiele mit immer höheren Gewaltstufen, wodurch die Spieleindustrie bei jeder schrecklichen Tat zur Verantwortung gezogen wird.
  8. Die Rolle der Presse sollte sich vom Reviewer zum Kritiker entwickeln. Die Presse müsse sich mehr auf die spielerische Meta-Ebene konzentrieren, anstatt einem Spiel wegen eines technischen Bugs nur 5 von 10 Punkten zu geben.
  9. Die Bedeutung der Spieler. "Wenn Ihr Spiele kauft, gebt Ihr eine Stimme dazu ab, welchen Weg zukünftige Spiele nehmen sollen."