Chris Lee, der Abgeordnete aus dem US-Bundesstaat Hawaii, der Star Wars Battlefront 2 ein "Online-Casino" nannte, will nun ein Gesetz etablieren, das den Verkauf von Spielen mit Glücksspielmechanik an unter 21-Jährige verbietet und die Entwickler sowie diese Monetarisierungsmethode somit austrocknet.

Aktuelles - Hawaii: Politiker will Verkauf von "räuberischen" Spielen an unter 21-Jährige verbieten

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Spiele wie Overwatch wären von Politiker Chris Lees Vorhaben betroffen
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Christopher Kalani Cushman Lee, demokratischer Politiker und seit 2009 Abgeordneter im Repräsentantenhaus Hawaii, dürfte die Gaming-Community mittlerweile kennen. Im Zuge des weltweiten Vorgehens gegen "räuberische" Monetarisierungsmethoden in Spielen etwa durch Lootboxen oder Pay-to-win über Mikrotransaktionen hatte er Ende November verkündet den Schutz vor allem der Kinder und Jugendlichen zu gewährleisten, auf die Entwickler ganz besonders abzielten.

Nun veröffentlichte er ein neues Video über seinen Youtube-Account und legte dar, wie er gegen diese "Online-Casinos" vorgehen wolle:

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So wolle er ein Gesetzesentwurf in die Wege leiten, der den Verkauf von Spielen mit Glücksspiel-Mechaniken wie Lootboxen an Personen unter 21 Jahren verbietet. In den USA gilt man erst ab 21 Jahren als volljährig. Also wären Spiele wie Overwatch bezogen auf Deutschland nicht schon ab 16 Jahren freigegeben, sondern erst ab 18. Lee macht deutlich, dass mit dem Gesetzesentwurf keine In-Game-Käufe an sich verboten werden oder ab einem bestimmten Alter freigegeben werden sollen. Will man also in einem MMORPG ein Schwert für 200 Dollar kaufen, erklärt Sean Quinlan, so sei das durchaus legitim. "Man wüsste ja, dass man genau dieses Schwert erhält. Das würde also nicht unter unsere Definition fallen. Aber wenn man 200 Dollar für eine prozentuale Wahrscheinlichkeit ausgibt, das Schwert zu erhalten, dann ja", so Quinlan.

Algorithmen durchleuchten

Besonders verwerflich seien Lees Meinung nach Entwickler, die die Drop-Wahrscheinlichkeit bestimmter Gegenstände, in Lootboxen per Algorithmen künstlich geringer halten, damit Spieler immer und immer wieder Geld ausgeben. Er könne das zwar nicht zu 100 Prozent beziffern, aber sollte das der Fall sein, wolle er auch dagegen vorgehen.

Ein Punkt, bei dem China bereits erfolgreich gegen die Spieleindustrie vorgegangen ist. Dort müssen Publisher die Wahrscheinlichkeit für Gegenstände öffentlich einsehbar halten, sonst sei der Tatbestand des Glücksspiels gegeben. Das verschärfte chinesische Anti-Glücksspielgesetz zwang Blizzard bereits zum Handeln: In der chinesischen Version von Overwatch nicht mehr direkt Lootboxen, sondern In-Game-Währung zum Erstellen von Items. Lootboxen sind dann nur noch eine Art "Bonusbeigabe" als Dankeschön für den Kauf.

Lee selbst hegt Hoffnung, dass allein der Verkaufsverbot von Spielen mit solchen Monetarisierungsmethoden an unter 21-Jährige ausreicht, die Entwickler dazu zu zwingen, sich andere, weniger "räuberische" Möglichkeiten zu überlegen. Wichtig sei, die Aufmerksamkeit auf diese Problematik zu lenken. "Hört auf, Leute mit einer Neigung zum Glücksspiel auszubeuten und kreiert endlich bessere Spiele", so die Botschaft von Lee.