Die Große Koalition sieht Videospiele als wichtiges digitales Medium an, wie aus dem 185 Seiten starken Koalitionsvertrag hervorgeht. Darin heißt es: "Wir erkennen die Vielfalt hochwertiger Angebote, insbesondere pädagogisch wertvoller Computerspiele, sowie die große kreative Leistung und hohe technische Kompetenz der Spieleentwickler an. Dies wollen wir weiter fördern."

Gefördert und "zeitgemäß weiterentwickelt" werden soll etwa der Deutsche Computerspielpreis. Unklar bleibt, wie die Förderungsmaßnahmen nun genau aussehen und ob man künftig auch mit Steuerentlastungen rechnen darf. Diese wurden von Branchenverbänden in der Vergangenheit gefördert, um wachsen zu können.

Ausbauen wolle man zudem die "gemeinsam durch den Deutschen Bundestag, die Bundesregierung und die Computerspielewirtschaft initiierte und mittlerweile gegründete Stiftung Digitale Spielekultur". Diese soll "gemeinsam mit den Marktteilnehmern weiter ausgebaut werden, um in den Schwerpunkten Wirtschaft und Ausbildung, Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur sowie Forschung und Wissenschaft neue Impulse setzen zu können."

Ebenso angesprochen wird der Punkt Archivierung. Da sich Deutschland zu einem digitalen Kulturland weiterentwickeln soll, soll das kulturelle Erbe digitalisiert werden, um es für die kommenden Generationen zu sichern. Dazu gehören ebenso Spiele. Laut Koalitionsvertrag sollen dazu "geeignete Archivierungsmöglichkeiten" geprüft werden.

Nicht weniger wichtig ist die Erschaffung von Rahmenbedingungen für einen modernen Jugendmedienschutz, für den wiederum Staat, Wirtschaft und Gesellschaft die gemeinsame Verantwortung tragen sollen. "Im Dialog sind neue Instrumente für einen wirksamen Jugendmedienschutz zu entwickeln", heißt es da.

Man wolle eine "Angleichung der gesetzlichen Regelungen zum Schutz von Kindern unabhängig vom Verbreitungsweg der digitalen Medien" anstreben und mit allen Beteiligten an einer Gesamtstrategie arbeiten, um "die Regulierung, Anbieterverantwortung und die Stärkung der Medienkompetenz" miteinander zu verbinden und "internationale Zusammenarbeit" sicherzustellen". Als Orientierung will man sich die bereits heute geltenden "hohen Jugendschutzstandards für Trägermedien" heranziehen.

Thorsten Unger, Geschäftsführer des G.A.M.E. Bundesverbandes, sagte dazu: "Der Koalitionsvertrag ist aus Sicht der Gamesbranche sehr zu begrüßen. Wir sehen uns in der jahrelangen politischen Arbeit bestätigt und freuen uns, dass das Leitmedium Games auch in der politischen Wirklichkeit Berlins deutlich angekommen ist."

"Mit dem Koalitionsvertrag für die anstehende Legislaturperiode signalisieren uns die Koalitionspartner auch, dass sie das Potential von Computerspielen als Wachstumsmarkt erkannt haben. Es gilt nun gemeinsam mit der Politik die nächsten Schritte zur Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu gehen."