In Großbritannien wurde eine neue Sondereinheit gegründet, die ab September vor allem gegen Onlinepiraterie vorgehen soll. Diese nennt sich Intellectual Property Crime Unit und gehört der City of London Police an.

"Copyright-Kriminalität war bei physischen Gütern lange Zeit ein Problem, doch mit steigender Nutzung des Internets ist Onlinepiraterie inzwischen zu einer wachsenden Bedrohung für unsere Kreativwirtschaft geworden. Diese Industrie ist 36 Milliarden Pfund im Jahr schwer und beschäftigt über 1,5 Millionen Menschen", sagt Lord James Younger, Minister für geistiges Eigentum.

Mit der Etablierung einer neuen Onlinepiraterie-Einheit wolle sich die Regierung und die City of London Police jener Bedrohung stellen, meint Adrian Leppard, Commissioner der City of London Police. Sowohl die nationalen als auch die internationalen Bemühungen der Justiz sowie des öffentlichen und privaten Sektors sollen mit der Einheit koordiniert werden, um wiederum Jobs und die persönliche Computersicherheit der Bürger zu schützen.

Die IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) steht der neuen Einheit positiv gegenüber: "Kreative Industrien wie die Musikwirtschaft sind ein lebendiger Teil unserer Wirtschaft, bieten Jobs und Investitionen. Das Urheberrecht ist der Motor, der diese Industriezweige am Laufen hält, weshalb die Intellectual Property Crime Unit so wertvoll und wichtig ist."

Seit Kurzem stehen die Briten in der Kritik: Whistleblower Edward Snowden deckte nach Prism den nächsten Skandal auf. Tempora ist ein Spionage-Programm des britischen Geheimdienstes Government Communications Headquarters (GCHQ), der weltweit Telefon- und Internetnutzer abhört.