Ab und zu widmen sich auch die Kollegen des ZDF dem virtuellen Entertainment und nicht selten fördern sie dann Erstaunliches zu Tage. So auch diesmal. In einem aktuellen Beitrag auf der Nachrichtenseite heute.de bringt man Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit in Zusammenhang und stellt fest: "Online-Games profitieren von der Krise."

Eskapismus oder Fluchtmechanismus seien dafür verantwortlich, dass immer mehr Menschen versuchten, der harten Wirklichkeit zu entfliehen, wie schon zur Großen Depression, die Ende der 20er Jahre immerhin für volle Kinosäle sorgte. Zitiert wird Robert Kraut, von der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh. Der ist davon überzeugt, dass "diese Ablenkungen einen psychologischen Nutzen haben, weil sie verhindern, dass die Menschen in eine Abwärtsspirale des ständigen Grübelns geraten".

Die Anbieter, so das Fazit der Kollegen, ließen nichts unversucht, um "ihren Profit aus der Wirtschaftskrise zu ziehen". Als Beispiel wird Hersteller NCsoft bemüht, der sein Online-Rollenspiel Aion: Tower of Eternity in Nordamerika und Europa veröffentlichen wolle, "mit aufgebohrter Grafik und angepassten Inhalten". Und das ZDF weiß auch, was die Publisher da antreibt, denn "die jetztige Wirtschaftskrise, so das Kalkül der Online-Anbieter, werde die Zahlen schon nach oben treiben".

Zwar wurden die Arbeiten an Aion schon Jahre vor der Wirtschaftskrise begonnen und der Titel wird möglicherweise auch erst nach deren Ende erscheinen, doch wer weiß, über welch prophetische Gaben die Jungs von NCsoft in Seoul da verfügen.