In den Niederlanden mussten sich zwei Jugendliche für den Diebstahl virtueller Güter vor Gericht verantworten und wurden für schuldig befunden. Den 15-Jährigen Täter erwarten jetzt 200 Arbeitsstunden Strafe, der 14-Jährige muss immerhin noch 160 Stunden im Dienste der Öffentlichkeit schuften.

Wie die Webseite Parool.nl ergänzend berichtet, sei das Opfer, ein 13-Jähriger Junge, ins Haus der beiden Täter gelockt und dort mit einem Messer zur Übergabe der virtuellen Gegenstände gezwungen worden. Die erpressten Gegenstände stellen einen nicht unerheblichen Wert dar und können problemlos auf Online-Börsen gegen reale Währung eingetauscht werden.

Vor Gericht zeigten die beiden jugendlichen Täter keinerlei Reue. Erstaunlich ist vor allem die Einschätzung des Gerichts hinsichtlich des Diebstahls. Nach deutschem Recht müsste die gestohlene Sache dafür ein körperlicher Gegenstand sein - zudem 'fremd' und 'beweglich'.

Während schon das 'fremd' im Sinne des Gesetzes Probleme bereitet, da die Objekte ja offiziell zur Software und damit dem Publisher gehören, sind sie keinesfalls 'beweglich'. Das wären sie nach der Definition nämlich nur, wenn man sie 'tatsächlich fortschaffen' könnte. Davon kann allerdings keine Rede sein, denn die Gegenstände verbleiben ja selbst virtuell auf dem Server des Publishers. Außerdem mangelt es ihnen an Körperlichkeit.

Angesichts des nicht zu vernachlässigenden finanziellen Wertes manch eines entwendeten virtuellen Objekts sehen viele Experten Handlungsbedarf und fordern schon seit Jahren eine Überarbeitung durch den Gesetzgeber - bislang ohne Erfolg.