Professor Miguel Sicart von der Universität Kopenhagen hielt auf der GDC 2011 einen spannenden Vortrag über die ethischen Belange der Spieleentwicklung. Die Finanzkrise, digitales Rechtemanagement und Data-Mining müssten auf einer moralischen Basis erforscht werden.

Dabei forderte er die Entwickler weltweit dazu auf, gemeinsame ethische Grundsätze zu beschließen. Er nannte einige Problemfelder der Spieleentwicklung. Data-Mining, also das Aufzeichnen und Auswerten der Verhaltensweisen der Spieler, gehört zu den interessantesten, wenn man sie aus der ethischen Perspektive betrachtet.

„Wir stimmen zu, dass Firmen unsere Daten nehmen und ein Profil über uns erstellen und ich denke, das ist ein fantastisches Werkzeug für Entwickler. Aber Data-Mining erzeugt eine Menge moralischer Probleme. Das Hauptproblem ist die Frage, was mit unseren Daten passiert.

Ich weiß nicht, was Steam mit meinen Daten macht. Ich habe, so wie Millionen anderer auch, keine Zeit damit verbracht, Lizenzbestimmungen zu lesen. Es ist die Pflicht der Entwickler klar und Transparent herüberzubringen, was sie mit all den Informationen machen.“

Er sagte auch, dass die Behandlung der Spieler durchaus ein ethisches Problem ist, speziell, wenn man sich unpopuläre Dinge wie DRM-Sperren anschaut.

„Jedes Spiel ist nicht nur ein Unterhaltungsprodukt, sondern auch ein impliziter Kontakt zwischen den Entwicklern und den Spielern. Jeder zukünftige Spieleentwickler sollte wissen, wie sie sich gegenüber diesen Leuten verhalten, diesen Menschen, und sie nicht nur als Kunden betrachten.“

Schlussendlich forderte er dazu auf, einen Ethik-Codex zu beschließen, der die Arbeit und den Umgang sowohl innerhalb der Industrie als auch mit den Spielern zu einer angenehmeren, langanhaltenden und erfüllenden Profession macht.