Die Game Developers Conference 2014 hat gerade begonnen, da gibt es schon die erste kontroverse Aussage eines Entwicklers: Die Handlung in Spielen ist extrem überbewertet.

Aktuelles - GDC 2014: Die Handlung in Spielen ist extrem überwertet

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Vom 17. bis 21. März findet im Moscone Center in San Francisco, Kalifornien die Game Developers Conference 2014 statt, eine wichtige Versammlung der Spieleindustrie, in der sich die Entwickler austauschen können. Und diese Veranstaltung ist auch immer wieder für kontroverse Themen gut. So auch dieses Mal: Laut Riot Games' Narrative Lead Tom Abernathy und Microsoft Game Studios' Design Lead Richard Rouse III ist die Handlung in einem Spiel ziemlich überbewertet. Titanfall anyone?

Die beiden gaben gemeinsam eine rund 25-minütige Rede mit dem verheißungsvollen Titel "Death to the Three Act-Structure" - "Tod der Drei-Akt-Struktur". Angelpunkt der Rede war die Erzählstruktur in Spielen. Ihr Re­sü­mee: Nicht die Handlung ist es, die den Spielern im Kopf bleibt, sondern die Charaktere.

Dabei behandelten sie so bekannte und erfolgreiche Spiele wie Uncharted 2: Among Thieves, für viele Fans der beste Teil der Uncharted-Reihe, Portal, The Last of Us und auch Fallout 3.

Auch verwiesen sie auf eine Untersuchung Microsofts, die darauf hinweist, dass die Spieler sich kaum an die Handlung der Spiele, die sie spielen, erinnern können. Wenn man sie darum bittet, die Handlung ihres Lieblingsfilmes zu beschreiben, können sie die Handlung in voller Länge und sehr detailliert wiedergeben. Wenn man sie darum bittet, die Handlung ihrer Lieblings-TV-Serie zu beschreiben, können sie diese im vollen Umfang und detailliert wiedergeben. Bei der Frage nach der Handlung ihres Lieblingsspiels können sie diese aber weder in voller Länge, noch besonders detailliert wiedergeben.

Anders verhalte es sich allerdings mit den Charakteren aus den Spielen. "An die Spielecharaktere wurde sich durchgehend erinnert, aber nicht unbedingt wegen deren Rolle in der Handlung selbst", so die beiden Industrieveteranen.

Was ebenfalls in Erinnerung behalten wurde, waren bestimmte Ereignisse, die während des Gameplay stattfanden. Das liege daran, dass sich die Spieler nun mal auf das eigentliche Gameplay konzentrieren, und von daher auch die Ereignisse im Kopf behalten, die direkt mit dem Gameplay verbunden sind. Es fiele den Spielern schwer, sich auf die Handlung und komplexe Geschichten zu konzentrieren, wenn sie zur selben Zeit auch dauernd etwas tun müssten. Im Gegensatz zu Filmen, Fernsehen und Büchern, in denen jemand nur beobachtet und sich von daher ganz auf die Handlung konzentrieren könne, sei der Spieler in einem Spiel mehr als nur ein Beobachter.

Rouse wies zudem darauf hin, dass die meisten Spieler statistisch gesehen ihre Spiele nicht beenden. Im Schnitt soll ein Drittel aller Spieler vorzeitig ein Spiel abbrechen. Die Frage laute demnach, wie wichtig der dritte Akt in einem Spiel überhaupt sei, wenn ihn viele Spieler gar nicht erst zu Gesicht bekommen.

Daher teilen sie die Meinung, dass die Handlung in Spielen extrem überbewertet sei. "Die Spieler erinnern sich nicht an die Handlung. Woran sie sich aber erinnern, sind die Charaktere."