Auf den Game Awards 2015 ging es nicht nur um die Spiele und ihre Entwickler, es ging auch um die Persönlichkeiten hinter den Titeln und Unternehmen. Auch der tragische Krebstod von Nintendos langjährigem Präsidenten Satoru Iwata war ein Thema der Show.

Als Nintendo Mitte Juli den Fans und der Welt die traurige Nachricht von Präsident Satoru Iwatas Krebstod überbrachte, kam sie für viele nahezu aus heiterem Himmel. Ein Beleg dafür, wie diskret Iwata und Nintendo sein Leiden behandelten und wie sehr Iwata sich bei offiziellen Anlässen bemühte, trotz allem eine optimistische Haltung zu bewahren und sich nach außen hin stark und fröhlich zu zeigen.

Moderator Geoff Keighley über Satoru Iwata

Sechs Wochen vor Iwatas Tod konnte ihn Moderator Geoff Keighley noch in Kyoto treffen, wo sich Nintendos Hauptquartier befindet. "Auch wenn er wesentlich dünner wirkte, war er immer noch so fröhlich", so Keighley. "Am lächeln und lachen. Das waren meine letzten Erinnerungen an das Treffen mit ihm. Er verabschiedete sich mit einem breiten Lächeln von mir und wünschte mir alles Gute für meine E3-Vorbereitungen. Ich kann mir nicht vorstellen, was ihm zu der Zeit durch den Kopf ging, was ihn beschäftigte. Aber er hat es niemals gezeigt. Er war so ein unglaublicher Mensch."

Reggie Fils-Aimé: "Der Mann war furchtlos."

Dann übergab Keighley nach einem kurzen und bewegenden Clip die Bühne an Nintendo of Americas Präsident und COO Reggie Fils-Aimé.

"Satoru Iwata war ohne Zweifel einzigartig, im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn man die perfekte Person für die Führung eines Videospielunternehmens entwerfen wollte, würde man jemanden wollen, der über Kenntnisse in der Elektrotechnik, im Software-Design und in der Wirtschaft verfügt. Nicht viele können sich rühmen, diesen breiten Hintergrund zu besitzen. Aber Herr Iwata konnte es."

"Er verstand nicht nur all diese Bereiche, er meisterte jeden einzelnen von ihnen. Wer die Iwata Asks-Reihe kannte, wusste, dass er bis in die kleinsten Details von Hardware- und Game-Design vordringen konnte. In Sachen Details konnte ihm niemand das Wasser reichen. In Sachen Geschäft sticht eine Zahl besonders hervor: unsere Gaming-Industrie ist nun über 30 Jahre alt. In dieser Zeit haben es nur fünf Plattformen geschafft, weltweit über 100 Millionen Einheiten zu verkaufen. Herr Iwata war bei drei von diesen fünf direkt involviert. [...] Der Mann war furchtlos. Erinnert ihr euch daran, was ihr gedacht habt, als ihr den Namen Wii zum ersten Mal gehört habt? Oder erinnert ihr euch an das, was über Nintendogs gesagt wurde? Oder Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging? Oder Dual-Screen-Handheld? Ihr wart vielleicht verwirrt. Aber er wusste es bereits, denn er hatte die Kritik bereits intern erfahren. Aber er hat immer die Ideen verteidigt, an die er glaubte. [...] Er war mein Boss, er war mein Mentor und er war mein Kollege. Aber vor allem war er mein Freund."