In Fukushima kämpfen immer noch viele Menschen, teilweise Leiharbeiter, die extra nur dafür eingestellt worden sind, gegen den Super-GAU. Jetzt bekommen sie Hilfe von der US-Firma QinetiQ. Und Xbox-360-Controllern.

Was nun klingt wie ein schlechter Scherz, ist recht einfach erklärt. Die Firma QinetiQ produziert Roboter für die US-Regierung und verschiedene andere Unternehmen, die mit Gefahrstoffen arbeiten müssen. Die nun nach Japan entsandten Talon-Roboter sind in der Lage, mit über 70 verschiedene Werkzeugen ausgerüstet zu werden. Unter anderem Baggerschaufeln, Ladeschaufeln, Haken, Baumschneider und Werkzeuge, mit denen Türen oder Wände durchbrochen werden können. Die unbemannten Robot-Fahrzeuge verfügen über sieben Kameras, Nachtsichtgeräte, Infrarotscanner, Mikrofone, Funkgeräte und Strahlungssensoren. Sie können aus einer Entfernung von über 1,5 km gesteuert werden und können Schutt und entfernen oder verschüttete Objekte ausgraben. Die nach Japan verschifften Maschinen sind mit einem sogenannten CBRNE-Erkennungssystem (CBRNE=chemisch, biologisch, radiologisch, nuklear, explosiv) ausgestattet und können über 7500 verschiedene Gefahrstoffe wie giftige Chemikalien, flüchtige Gase, Strahlung oder explosive Gefahren identifizieren.

Gesteuert werden diese Roboter, wie viele andere, die das US-Militär im Einsatz hat, mit den Controllern der Xbox 360. Und das hat recht einfache Gründe: Es gibt sie nicht nur in extrem großen Mengen, sie sind außerdem auch recht robust und genau - und so weit verbreitet, dass fast jeder mit ihnen umgehen kann.