Immer wieder wird es von Analysten weltweit thematisiert und die Zahlen geben ihnen recht: Der Verkauf von Videospielen über den digitalen Weg steigt an, während physische Verkäufe stetig abnehmen. Analysten von Piper Jaffray sind sich nun sicher, dass ab 2022 Spiele nur noch digital verkauft werden.

Wir wagen zu behaupten, dass die meisten ihre Spiele auf der Switch digital beziehen

Für GameStop, der größten Einzelhandelskette für den An- und Verkauf gebrauchter Videospiele und Konsolen, wird es immer enger. Der Handel wird immer schwieriger, nicht zuletzt durch den gestiegenen Anteil an digitalen Verkäufen von Videospielen. Um neue Geschäftszweige zu erschließen, will das Unternehmen nun versuchen, auch Comics in seinen Filialen zu verkaufen. Andererseits heißt es auch, GameStop soll unter Umständen verkauft werden.

Eines ist klar, der Wandel weg von physischen Kopien auf optischen Medien hin zu rein digitalen Inhalten ist unaufhaltsam. PC-Spieler haben ihn bereits vollkommen vollzogen, nun sind die Konsolen dran, die Handhelds selbst sind sogar noch ein Stückchen weiter, auf Smartphones gibt es ohnehin kein anderes Modell.

Während einige mutmaßen, dass bereits die nächste Konsolengeneration über keine optischen Laufwerke mehr verfügen könnten und stattdessen ganz auf digitale Inhalte setzen, sind sich Michael J. Olson und Yung Kim, Analysten von Piper Jaffray, sicher, dass ungeachtet dessen spätestens ab 2022 der Spieleumsatz nahezu gänzlich digital generiert wird.

"Wir sind uns sicher, dass Videospiele in den kommenden Jahren zu 100 Prozent digital verkauft werden", so die Analysten. "Während es schwer ist, einen exakten Zeitpunkt zu nennen, halten wir das Jahr 2022 für eine realistische Annahme."

Dabei berufen sie sich auch auf den steigenden Anteil an Streaming-Diensten bzw. Abonnement-Modellen wie EA Access und Xbox Game Pass, die bei einem monatlichen Festbetrag diverse Titel, darunter auch völlig neue Veröffentlichungen, digital zum Download anbieten. Sollte die kommende Konsolengeneration zudem auf Cloud-Gaming setzen, wäre das quasi der Todesstoß für physische Kopien.

"Wir rechnen damit, dass die großen Publisher in den nächsten drei bis fünf Jahren vermehrt Streaming-Angebote testen und kommerziell weiterentwickeln", erklären Olson und Kim. "Streaming aus dem Cloud heraus und ohne Notwendigkeit dedizierter Hardware oder großer Downloads würde das Marktpotenzial für High-End-Konsolentitel bedeutend steigern. Gerade heute setzt der primäre Markt für Publisher voraus, dass Konsumenten entweder eine PS4, eine Xbox One oder einen Gaming-PC besitzen, die einen gemeinsame Install Base von gerade mal 150 bis 250 Millionen Geräte umfasst und einen Mindestkostenfaktor von 199 Dollar aufweist. Das alles fungiert als eine Art Barriere für potenzielle Konsumenten."

Cloud-Gaming und rein digitale Titel ohne Plattformbindung würde ihrer Meinung nach also der gesamten Industrie dienen. Was meint ihr dazu?