Wenn man von Animationsfilmen mal absieht, war Company of Heroes die bislang letzte Videospiele-Verfilmung. Schon Peter fragte sich beim Review, wozu man sich überhaupt die Rechte zu einem Strategiespiel ohne nennenswerte Charakterprofile besorgt, wenn das Ergebnis jedem x-beliebigen Weltkriegs-Streifen gleichkommt. Und so sieht auch Drehbuchautor und Produzent David S. Goyer den größten Schwachpunkt von Videospiele-Verfilmungen in ihrem Mangel an markanten Charakteren.

Aktuelles - David S. Goyer: Schwache Charaktere schuld an schlechten Spiele-Verfilmungen

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Goyer schrieb auch die Drehbücher zu Christopher Nolans 'Dark Knight'-Trilogie
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David S. Goyer, der sich als Drehbuchautor mit seinen Büchern zu Christopher Nolans 'Dark Knight'-Trilogie, Man of Steel und Blade einen Namen gemacht hat, aber auch schon die Stories zu Spielen wie Call of Duty: Black Ops und Call of Duty: Black Ops 2 lieferte, sprach auf der BATFA and BFI Screenwriters' Lecture Series auch über Videospiele-Verfilmungen.

Seiner Meinung nach kranken Videospiele-Verfilmungen allzu häufig an schwachen, schlecht gezeichneten Charakteren. Woran das liegen könnte, liefert er gleich hinterher:

"Ich denke, der Grund ist recht einfach: In den meisten Videospielen geht es um immersive Umgebungen. Wenn es sich dabei um einen First-Person-Shooter handelt, seid ihr der Charakter", so Goyer. "Die meisten Spiele tendieren dazu, keine starken Charaktere zu haben, was aber im Begriff ist, sich zu ändern. Wenn ihr über Videospiele nachdenkt, denkt ihr darüber, wie cool dieses Level war, darüber, was ihr alles getan habt."

Die Verfilmung von Tomb Raider aus dem Jahre 2001 sei eine der wenigen guten und erfolgreichen Verfilmungen, was auch daran liege, dass Lara Croft, die Heldin des Spiels, einen starken Charakter besitzt. "Abgesehen davon, ob man ihn gut fand oder nicht, war der Film ein finanzieller Erfolg."

Videospiele hätten aber auch einen Vorteil gegenüber Filmen. Und der liege eben in ihrer immersiven Herangehensweise an Umgebungen, an die kein Film heranreichen könne. Um also auch als Verfilmung glänzen zu können, bedarf es bei Videospielen starken, markanten Charakteren.

"Ich denke, sobald wir Videospiele mit unvergesslichen Charakteren sehen, werden wir auch erfolgreichere Videospiele-Verfilmungen erblicken. Wir werden sehen, ob Assassin's Creed funktionieren wird. Das scheint der momentan beste Kandidat zu sein."

Einzige Ausnahme sei die 'Resident Evil'-Reihe, die zwar erfolgreich ist, aber dennoch weniger mit den anderen Videospiele-Verfilmungen verglichen werden kann, da sie das Genre des Zombiehorrors bedient.

Was die Zukunft angeht, ist sich Goyer aber sicher, dass die Storylines der zukünftigen Spiele immer besser werden. "Ich bin ein Zocker, und ich halte Spiele für eine Kunstform. Es ist eine noch junge, aufkeimende Kunstform. Die Filmindustrie gibt es seit mehr als 100 Jahren, moderne Videospiele sind gerade mal seit 20-25 Jahre dabei. Die Spieleindustrie ist noch immer dabei flügge zu werden. Ich bin der Meinung dass die Erzählungen immer komplexer werden."