Bevor die Gamescom in Köln am 18.08.2010 richtig durchstartet, richtet sich der Blick der Gamerwelt auf die Games Developers Conference Europe. Dort lauschten Interessierte nun den Worten von Heavy-Rain-Schöpfer David Cage und seiner persönlichen Einstellung Videospielen gegenüber.

Aktuelles - David Cage stellt klar: "Spiele sollten Kunst sein, kein Spielzeug!"

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David Cage
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David Cage, seines Zeichens Regisseur und Autor des Heavy-Rain-Titels, war sich noch nie zu Schade um die eigene Meinung der Welt kund zu tun. Und so äußerte sich der geistige Vater des Krimi-Games nun auf der laufenden Games Developers Conference Europe in Köln über den Gamesmarkt, neue und alte Elemente in Spielen und natürlich wirft man einen Blick auf Heavy Rain zurück.

So ist sich Cage zum Beispiel sicher, dass der Markt bereit für Neues sei, denn ansonsten wäre Heavy Rain niemals der PS3-Kassenschlager geworden, als den man ihn mittlerweile getrost bezeichnen kann. Denn obwohl der Titel im Grunde genommen ein interaktiver Film mit Quicktime-Events war, fand er einen reißenden Absatzmarkt und verkaufte sich bereits innerhalb der ersten Woche knapp 500.000 mal und bis zum heutigen Tag spricht man von insgesamt 1,5 Millionen verkauften Exemplaren.

Eine Begründung für diesen Trend lieferte Cage während des Auftritts gleich mit: Er und sein Team hätten versucht die eigentliche Story des Films durch Gameplay zu erzählen und nicht durch endlos lange Zwischensequenzen. Außerdem legte man besonderen Wert auf die Personen im Spiel; Cage war es wichtig, dass die Charaktere dem Spieler Identifikationsflächen böten. Etwas, was in anderen Spielen seiner Meinung nach vernachlässigt wurde.

"Heutzutage basieren Spiele auf brutalen Aktionen, sie definieren sich darüber, was der Spieler sieht und was er zerstören kann. Man macht immer nur dasselbe. Egal ob man fährt, schießt oder von Plattform zu Plattform springt", beschwerte sich Cage. "Die Spiele basieren auf Regeln, die bereits 25 Jahre alt sind. Die meisten der heutigen Spiele basieren auf diesen Prinzipien und nur wenige versuchen, die gesamte Bandbreite an Emotionen zu erkunden.".

Und seine mangelnde Begeisterung gegenüber den heutigen Titeln hält an. Für Cage sind alle Actiongames kaum mehr von einander zu unterscheiden und die Spielemacher würden mit Gewalt in Videospielen junge Kundschaft ködern. An sich sei diese Vorgehensweise nicht weiter schlimm, doch befürchtet er, dass durch diesen Vorgang jegliche Emotionen flöten gehen.

"Was lernen Sie dabei? Was fühlen Sie dabei?", fragt Cage daraufhin in den Saal. "Spiele sollen Kunst sein, keine Spielzeuge. Und wenn Sie sich nicht mit dem Begriff Kunst anfreunden können, dann nehmen Sie meinetwegen Entertainment.". Dann beendete er seine Rede mit den Worten: "Spielzeuge sind Einwegartikel, Kunst ist ergreifend.".

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