David Braben ist durch die Entwicklung von Elite berühmt geworden. Ihr erinnert euch? Das war die Weltraum-Handelssimulation für den C64, die mittlerweile einige Ableger bekommen hat und als Inspiration für das X-Universum diente. In einem Interview mit dem Magazin Gamasutra äußerte er sich zudem zum Gebrauchtspielemarkt. Und seine Ansicht ist nicht gerade sehr positiv.

Aktuelles - David Braben: Gebrauchtspielemarkt tötet die Core-Games

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Für den Elite-Erfinder steht fest, dass der Gebrauchtspielemarkt die Entwicklungen von Core-Games tötet.
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Tatsächlich geht er davon aus, dass der Gebrauchtspielemarkt dem Markt für Singleplayer-Spiele und Core-Games schadet, ja ihn sogar getötet hat.

„Das echte Problem ist, wenn man sich mal Spiele für Core-Gamer anschaut, dass der Gebrauchtmarkt Core-Games wirklich getötet hat.“

Offensichtlich ist der Markt nicht tot. Es existieren nach wie vor Singleplayer-Spiele und auch Core-Games werden immer noch entwickelt. Braben berichtet allerdings von Publishern, die mangels Nachfrage Spieleprojekte abbrachen. Was nun allerdings durchaus auch ohne den Gebrauchtspielemarkt vorkommen kann.

„Ich kenne Publisher, die Entwicklungen abgebrochen haben, weil Händler nach der anfänglichen Bestellungen nichts mehr ordern, da sie sich einzig auf die Wiederverkäufe verlassen.“

„Es trifft insbesondere Singleplayer-Spiele, weil diese gebraucht gehandelt werden. Das bedeutet, dass eure Day-One-Verkäufe zählen und es zu einem unglaublich hohen Risiko machen. Der Gedanke, dass ein Spiel ausverkauft ist, war mal ein guter Gedanke, aber heutzutage verkaufen es diejenigen dann vielleicht wieder, wenn sie damit fertig sind.“

Ein Spiel wieder verkaufen, wenn man damit fertig ist, ist auch nichts ungewöhnliches. Sofern man nicht zu den Sammlern gehört, die alles, was sie mal gespielt haben (auch wenn es grottenlangweilig war) behalten wollen, dann ist es das gute Recht der Spieler, ihre Spiele wieder zu verkaufen. Oder zu verschenken. Oder auch einfach wegzuwerfen.

Der Elite-Erfinder ist allerdings der Ansicht, dass diese „Weiterverkaufsmentalität“ dazu führt, dass die Preise für die Spiele so hoch sind. Würden die Spieler ihre Software stattdessen behalten, könnten die Publisher die Games deutlich günstiger anbieten.

„Die Leute sagen, 'nun, ich habe so viel Geld bezahlt und ich kann damit tun, was ich will', aber genau das ist das Problem, das den Preis der Spiele oben hält. Die Preise wären schon längst gesunken, wenn die Industrie ihren Anteil aus den Gebrauchtverkäufen bekommen würde. Entwickler und Publisher brauchen diesen Umsatz, um weiterhin hochqualitative Spiele machen zu können, deswegen sehen wir auch immer weniger davon.“

All diese Argumente sind keineswegs neu. In der Tat hört man sie immer wieder von verschiedenen Entwicklern und Publishern, denen das Weiterverkaufen von Spielen ein Dorn im Auge ist. Und als Gegenargumente hört man auch immer wieder, dass es schwer vorstellbar ist, dass ein Gebrauchtverkauf der Industrie schadet - vergleicht man es mit anderen Industrien, in denen ebenfalls gebrauchte Produkte weiterverkauft werden, wie zum Beispiel auf dem Automarkt. Und bisher hat auch noch kein Kfz-Entwickler die Produktion eingestellt, nur weil seine Kunden die Autos später wieder gebraucht verkaufen.